Sambenito & Orobio de Castro (aus Portugal)

September 10, 2006

Balthasar Orobio de Castro (1617 – 1687) entstammte einer beruehmten sephardischen Familie.

Im Jahr 1617 wurde er in Nordportugal, in Bragança, geboren.
Portugal war damals (bis 1640) ein Teil Spaniens.
Juden lebten in staendiger Angst vor der Inquisition.

Sein Leben ist ein Beispiel dafuer, wie die katholische Kirche mit Leuten verfaehrt, die nichts anderes beabsichtigen, als anderen Mitmenschen in Not und Krankheit als Arzt -und nicht als Gesundbeter- nuetzlich zu sein.

Balthasar wurde als er schon Familienvater war von seinem Hausdiener bei der Inquisition angezeigt.
Er haette heimlich seinen juedischen Glauben gepflegt.

Man moege sich daran erinnern, dass die (zwangsgetauften) Juden z.B. auf Mallorca staendig nahe einem zur Strassenseite hin gelegenen geoeffnetem Kuechenfenster ihren Schweinespeck braten mussten, um nicht von wachsamen Nachbarn als Crypto-Jude (Heimlicher Jude) angezeigt zu werden.

Xueta (engl.: Shueta) rief man diese armen Menschen spoettisch: Schweinespeck !

Wer von einem beliebigen Halunken bei der Inquisition angezeigt wurde, konnte sich nicht mit Beweisantraegen retten, denn sowas gab es nicht, nur Zeugenaussagen galten.

Zur besonderen Kenntnis und Abschreckung mussten die verurteilten „Suender“ eine Art Poncho oder Jaeger-Kotze bis zu ihrer Hinrichtung oder auch nur als Strafe fuer eine bestimmte Zeit tragen.

Vergleichbar mit einem Skapulier, worin gekleidet man im Falle ploetzlichen Ablebens NICHT durch Feuer in der Hoelle stirbt !!
So hat es jedenfalls Maria uns verheissen und darum tragen die kirchlichen Wuerdentraeger diesen Zaubermantel so gerne bei ihrer Arbeit !

Der Sambenito und die Coroza (Suenderkrone)

Die Suende, weshalb man verurteilt war, konnte man an der Aufschrift ablesen.
Der Name Sambenito hat nichts mit dem Hl. Benedikt zu tun sondern mit der Bestimmung, dass der Sambenito nur durch kirchliche Autoritaeten und „san benito“ also gewissermassen „geweiht“ sein musste.

Zwei Jahre musste Orobio dieses schreckliche Suenderkleid tragen !

Spaeter floh er nach Toulouse, lehrte an der Uni, kam an den Hof Ludwig XIV., fuehlte sich auch dort nicht sicher, bis dass er nach Amsterdam gelangte.

Im Jahr 1666 nannte er sich Issac.
Endlich konnte er seine juedische Herkunft, sein geistiges Erbe antreten.
Philosoph, Arzt und Religionslehrer.

Portugal hatte einen wiedereinmal einen genialen Sohn verloren.

Viele andere Mitglieder der Castro Familie hatten indes weniger Glueck.
Viele starben durch das Unrecht der Kirche.
Und siehe da, die Gebuehrenordnung fuer die Prozesskosten, welche die Hinterbliebenen zu zahlen hatten, stammte fein ordentlich differenziert aus BONN !
Quelle (lesenswerte Site eines ernsten Kirchengegners)

Hoffentlich gedenkt Papst Benedikt XVI. auch der Toten aus der Familie des Orobio de Castro aus Portugal.

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Terror Plot Cooked ?

August 19, 2006

Gudrun Eussner, gestern, wartete noch vergeblich und schrieb:

Ich bin gespannt, wann die ersten Ansichten veröffentlicht werden, daß die Polizei den Koffer selbst dorthin gestellt hat. Die linken Web Sites werden mich doch nicht im Stich lassen?

Le cirque médiatique – Verhinderte Attentate und anderer Unsinn

Wie nicht anders zu erwarten war, und ich musste nicht lange suchen, konnte meine Suche ganz entspannt angehen, denn irgendwo laesst irgendwer Gudrun (und mich auch) doch nicht im Stich !

Wayne Madsen Report: Former NSA Official: Terror Plot Cooked by Bush Blair Mafia

So was durfte einfach nicht fehlen.
Die Welt ist wieder in Ordnung….

(..oder vielleicht doch noch nicht ?…)

Interview mit Brigitte Gabriel

August 16, 2006

45 Minuten

Wer war Felipe Rodrigues de Castelo Branco, Elijah de Montalto

August 15, 2006

Er wurde Mitte des 16. Jahrhunderts in Castelo de Branco (Portugal) geboren.
Um ihn vor der Inquisition zu schuetzen nannten ihn seine Eltern:
Felipe Rodrigues de Castelo Branco

Portugal´s Zustaende:
Seit 1540 waren die Jesuiten im Land.
Ganz im Sinne seiner streng katholischen Erziehung und von Jesuiten anerzogenem Fremdenhass wagt Koenig Sebastian I. (1554 – 1578) die Eroberung Nordafrikas und erleidet im Jahr 1578 eine katastrophale Niederlage.
Portugal muss an den Sieger der Schlacht von Alcazarquivir Loesegeld und Tribut bezahlen.
Portugal trotz Weltreich ist heillos pleite.

Die Katastrophe betrifft auch die Juden in Portugal:

Manch ein Jude hat nach ueber 100 jaehriger Judenverfolgung und Zwangstaufen seine juedische Herkunft „abgelegt“ und fuehrt ein respektiertes Leben, arbeitet in der koeniglichen oder sogar kirchlichen Verwaltung.
Diese denken nicht ans Auswandern.

Viele Juden, gleichfalls katholisch dem Anschein nach, jedoch mit klarem Bewusstsein ihrer Juedischkeit leiden unter der drueckenden Steuerlast und erkennen den drohenden Staatsbankrott.
Viele von diesen denken bereits ans Auswandern, warten allerdings ab.

Wenige Juden, wie alle anderen katholisch zum Schein, empfinden bei aller Gelehrtsamkeit und Reichtum, den sie sich bisher in Portugal erabeiten konnten, eine Unruhe, eine geistige Leere, eine Sehnsucht nach spirituellem Leben, nach einem Leben in persoenlicher Freiheit, als Jude als Mensch.
Einer von ihnen war der Augenarzt Felipe Rodrigues de Castelo Branco.

Als Felipe in Antwerpen eintrifft muss er (vermutlich) feststellen, dass seine Glaubensbrueder in Holland die besondere, naemlich portugiesische Juedischkeit, die sich eben durch die Zwangstaufen und das Zusammenleben mit dem Katholizismus veraendert hat, ablehnen.

Kein Wunder also, dass Felipe gern der Einladung von Grossfuerst Ferdinando I. de Medici (1549 – 1609) folgte und sich in der Toscana im Freihafen von Livorno niederliess.

Doch auch hier, trotz der toleranten Leggi Livornine („Gesetze von Livorno“) empfand Felipe nicht die spirituelle Erfuellung, eben das Umfeld, um seine Thorastudien erfogreich durchfuehren und leben, erleben und begreifen zu koennen.

Felipe flieht vor dem angepassten Leben heimlich nach Venedig.
Dort zieht er in ein Ghetto, traegt den juedischen Gelben Hut, und nennt sich fortan nicht laenger „Pferdefreund“ („Phil-Hipp“) sondern stattdessen „Gottesfreund“ („Philo-teus“) und traegt den Namen:
Philoteus Elija de Luna Montalto

Fuerst Ferdinand erschrak !
War ihm doch daran gelegen, moeglichst viele Juden in seinem Fuerstentum anzusiedeln.
Und jetzt sowas:
ein namhafter Jude wie Felipe/Philoteus sollte all seine Grosszuegkeit verschmaehen und lieber nach Venedig in ein Ghetto verschwunden sein ?
Das war ihm aber garnicht recht !!

Er schickte einen Boten, um nach ihm zu suchen, zu treffen und auszufragen.
Meinen werten Lesern empfehle ich das Lesen seines Berichtes dringend !
MEDICI ARCHIV PROJECT

Derweil hatte Maria de Medici (1573 – 1642) Koenigin von Frankreich seit dem Tag ihrer Kroenung und tagsdrauf erfolgter Ermordung des Koenigs Heinrich IV inzwischen Zeit genug und Anlass gehabt, sich mit Sinn und Zweck von Menschlichkeit naeher zu befassen.

Sie war Tochter von Fuerst Ferdinands Vorgaenger und aelterem Bruder, jenem Frauenhelden, jenem Wirrkopf.

Sie erkannte wohl in ihrer Not mit Gott & Vaterland & ihrem Sohn & Richelieu den Wert und Unwert religioeser Erziehung, menschlicher Freiheit, Disziplin und Schaffens mit Muehe, statt Verprassens im religioesen Jubel, Schwaermerei und Kurzsichtigkeit.

Ihr eigener Jammer, ihr Versagen, ihre Einsamkeit und ihre staendigen Migraeneanfaelle liessen sie an jenen wunderbaren, wundersamen Portugiesen denken, der in einem Ghetto in Venedig lebte, der ein hochgeruehmter Arzt war, Kenner der neuartigen Kraeuter aus aller Welt, insbesondere des „Tabakpuders“, ein besonderer Ratgeber fuer Lebensfragen, und den sie 1610 zu sich rief.

Ihr eigener Sohn, katholisch verdummt, Koenig Louis XIII. (1601 – 1643), hat 1615 einen Befehl zur Judenvertreibung aus Frankreich erlassen.
Die „eingeschworenen Feinde der christlichen Religion“ , wie er es nannte, sollten das Land verlassen.

Als Montalto im Jahr 1616 ploetzlich waehrend einer Reise -in ihrem Gefolge- starb, uebernahm Maria d´Medici liebevoll, so koennte man sagen, die Ueberfuehrung des auf ihre Anordnung hin einbalsamierten Leichnams nach Antwerpen, wo unweit genaugesagt in Ouderkerk im Jahre 1614 Juden erstmals ein Grundstueck hatten kaufen duerfen (heute in Privatbesitz einer nicht oeffentlich bekannten Person)

Das weisse Grabmal in (schlichter) portugiesischer (!) Tradition:
Jacob de Ruisdael: Juedischer Friedhof

Maria d´Medici starb im Jahr 1642 in Koeln, verarmt, im Exil, traurig und verlassen, aufgenommen bei ihrem Freund, dem Maler Peter Paul Rubens (1577 – 1640), ihr Herz ist noch immer im Koelner Dom.

Nicht anders war es dem Maler Jakob van Ruisdael ergangen, ein Leben in Suche nach Wahrheit, nach Gott und Gottes Wort, das uns das Leben auf Erden mit unserem Sein in Ewigkeit verbindet und deshalb nicht katholisch sein kann.
Ruisdael wollte seinen Zeitgenossen malen, woran Gott dachte, als Er die Welt erschuf:
Ein Leben in Armut war seiner hehren Muehe Lohn.

Gleich zwei Gemaelde hat Jakob van Ruisdael dem Grabmal von Montalto gewidmet:

Ich meine, aus einem offensichtlichem Grund:
Jakob van Ruisdael

Beth Chaim, so heisst der Friedhof, bedeutet: Haus der Lebenden

Dem habe ich nichts hinzuzufuegen…

tishmor al atzmecha

August 7, 2006

Rona Wronker sagt:

„We are proud to serve“

Ich moechte Rona antworten:

tishmor al atzmecha
(Passt bitte gut auf Euch auf !)

Photos von Rona Wronker

Tisha B´ Av

August 3, 2006

Orfeu chorando a morte de Euridice
Rosario Andrade 2006

Impressoes e intimidades

GIYUS.org

Juli 31, 2006

GIYUS ! Mach mit !

Salazar ein Herkules im Staate Portugal

Juli 27, 2006

Weil sich ein Europa Parlamentarier, der Jaroslaw Kaczynski, fuer seine polnische Heimat u.a. einen Salazar gewuenscht hat, nehme ich den Todestag heute im Jahr 1970 von Antonio de Oliveira Salazar (1889 – 1970) zum Anlass, meinen werten Lesern, diesen Mann und seine Zeit einmal naeherzubringen.
Von unten betrachtet, aus Sicht eines in Portugal lebenden Beobachters.

Der Name „OLIVEIRA“ heisst zu deutsch: OLIVENBAUM und ist deshalb ein typischer Name eines Portugiesen.
Berufsnamen wie im Deutschen , z.B. Fischer, Bauer, Koehler, gibt es in Portugal nicht, weil in Portugal seit jeher Arbeit und Arbeitersein verpoent war und man sich nach seiner Herkunft, z.B. Eisenerzfeld (Ferreira), Birnbaum (Pereira), Santos (Heiligenstatue), Cruz (Wegkreuz) nennt/nannte.

Der Name „SALAZAR“ kommt aus dem Namen: SAINT LAZARUS und ist deshalb (eigentlich) ein typischer Name eines katholischen Heiligen, wie ihn sich Juden zulegten, wenn sie vor Nachstellungen bzw. Verfolgungen der spanisch/portugiesischen Inquisition die Taufe waehlten , um ihr Leben zu retten.

Der Lebensweg von Salazar ist geradezu unglaublich, wenn man sich die Abgeschiedenheit seines Heimatdorfes Santa Comba Dao vorstellt, die Rueckstaendigkeit des port. Bildungswesens, des Denkens, die Armut und Hilfslosigkeit der portugiesischen Bevoelkerung auf dem Land, ebenso die Not und Bescheidenheit seiner Eltern, nicht zuletzt wegen der Rueckstaendigkeit von Ackerbau und Viehzucht.

Die Bevorzugung des Weinbaus zu Gunsten englischer Handelshaeuser und Handelsvertraege, welche eine eigene Entwicklung von Gewerbebetrieben durch Billigimporte aus England erstickt bzw. verboten hatten, hat einen nachhaltigen Einfluss auch auf das chronische Haushaltsdefizit Portugals ausgeuebt, schon zu einer Zeit, als die Goldfunde Brasiliens den Importen geopfert wurden.

Geburtshaus von Oliveira Salazar

Eigentlich wollte auch Salazar zunaechst nur katholischer Priester werden.
Fuer einen begabten, leistungswilligen jungen Bauern-/Arbeitersohn ist auch heute noch in Portugal ein gesellschaftlicher Aufstieg unmoeglich d.h. in der hier herrschenden „byzantinischen Hierarchie“ auf Aemtern und in Bueros den Mitgliedern alteingesessener Familien vorbehalten.

Die Demokratisierung Portugals nach 1974, nach jener Nelkenrevolution des 25. April, hat zwar die Anzahl der Privilegierten um das Heer ehemaliger Anti-Faschisten und Gewerkschafts Guenstlingen erweitert, jedoch das undemokratische feudalistische Prinzip beibehalten.

Einzige Ausnahme:
eine Karriere in Kirche und in kirchlichen Bewegungen (z.B. OPUS DEI).
Wichtige Privatbanken mit ihren Verflechtungen in Industrie und Politik rekrutieren ihre Fuehrungskraefte nahezu ausnahmslos im Opus Dei.

Waere Salazar ein Mann des Opus Dei geworden, oder ein Jesuit, ein Bischof, waere er vielleicht ob seiner Intelligenz und (patriarchisch autoritaeren) Fuehrungsqualitaet zum Papst gewaehlt worden, und sein Name heute eine Heiligkeit auf Heiligenbildchen.

Waere Salazar ein Kommunist geworden, ein redegewandter Demagoge, stalinisitischer Hassprediger, sein Name schmueckte heute viele Plaetze in den Grossstaedten Europas, in den Fakultaeten und Schulbuechern.

Waere Salazar ein Lobbyist geworden, ein Fuersprecher in Portugal der 30er Jahre einer Weltbank, eines internationalen Industriekartells, oder einer US-Stiftung, so waere sein Name heute ein Inbegriff von Vernunft und Hochachtung, ein Friedensapostel, unvergessener Menschenfreund.

In jedem Fall haette Salazar seinen Lebensweg gemeistert, haette Wohlstand und Ansehen erlangt und seinen Dienstherren grosse Dienste erwiesen.

Stattdessen war es Salazars Anliegen, aus seinem Portugal ein gleichberechtigtes und gleichwertiges Mitglied der Staatengemeinschaft zu machen. Sein persoenlicher Reichtum war ihm hierbei egal.
Dabei nahm er das Wort „Pastor“ (deutsch: Schaefer) woertlich und bemuehte sich, seine Landsleute vor Woelfen und Unheil zu beschuetzen.
Salazars Arbeit war dabei vorallem die Buchhaltung, die unbestechliche und nuechterne Unterscheidung zwischen Soll und Haben, und eben diese Weltanschauung machte ihn bei vielen Zeitgenossen hoechst unbeliebt.
Portugals Besonderheit war der Verbund vieler Staaten unterschiedlichster Lage und Eigenheit und das Zusammenleben unter einem Dach.
Salazars Anliegen zeigt dieses Bild in Schulbuechern:

Salazar war mitnichten „Diktator“, eben kein Verfechter von sklavischer Unterordnung von Andersglaeubigen oder von sich selbst (er wurde deshalb nicht Priester), forderte nicht die Enteignung von Bauern und Eigentum (er wurde kein Kommunist), oder Unterordnung von „volksfremden Rassen“ (er wurde kein Nazi), auch war er kein Vorkaempfer fuer die Verschuldung durch Chaosmanagment in portugiesischen Laendern Afrikas (er wurde kein Oel-/Diamanten-/Rohstofflobbyist oder Waffenindustrie-/Bankenberarter).

Man stelle sich nur einmal die Lage Portugals vor zur Zeit als Salazar sich als Jurastudent einschrieb:

Meine werten Leser moegen folgendes bedenken:
Wir schreiben das Jahr 1911.

Portugal kennt kein Buergertum, keine Staende, keine Handwerker mit ihren Lehren, Standesordnungen, Selbstverwaltungen.
Portugals Landwirtschaft beschraenkt sich auf Subsistenzbetriebe in der Groesse von erweiterten Schrebergaerten. Der Boden ist karg, die Ertraege bescheiden. Es fehlen zudem Bewaesserungskanaele und technische Hilfsmittel. Portugal ist auch heute noch nicht autark.
Das Hinterland Portugals hat keine Strassen, keine Wege nur Trampelpfade aus roemischer Zeit.
Portugal hat keine Kohle/Wasserenergie und ohne Kohle keine Industrialisierung.
Portugal hat keinen „Grosshandel“ und ohne Grosshaendler kann ein Fabrikant nicht planen, finanzieren und produzieren..
Portugal hat keine Schulen und keine Lehrer und keine Tradition des Lernens. Noch heute verlassen etwa 50 % aller Schueler die Hauptschule (!) ohne Abschluss.
Portugal ist urkatholisch, d.h. es gab keine Reformation und keine heilsame Gegenreformation, keinen Luther (der zum Selberlesen aufruft) und keinen Kant (der zum Selberbeurteilen aufruft), keinen Napoleon (der die Inquisition abschafft). Dem Portugiesen sind Eigenverantwortung und Eigeninitiave fremd. Die Industrie Portugals ist noch heute bloss „verlaengerte Werkbank“ eines Auslaenders und auf Gedeih und Verderb von auslaendischen Ideen und „Auftraegen“ (besser gesagt: Befehlen) abhaengig.
Portugal ist England, vorallem der Baringsbank, heillos verschuldet.
Weltkrieg, Arbeitslose, Buergerkrieg beim Nachbarn, Revolutionen in aller Welt….
Der Portugiese kennt kein „Miteinander“ ist hagestolzer unverbesserlicher Individualist, der Staat ist sein Feind, sein Nachbar sein Aergernis, sein Landsmann sein Konkurrent.
Noch heute findet die Seele des Portugiesen nur im Fussball ein zuhause, in Fatima, und beim Anhoeren und Mitsingen des Fado.
Der Portugiese liebt Utopien und Illusionen, sog. „Wunder“ von Ourique, Guadalupe, Fatima, etc.
Vernunft und berechndes Kalkuel empfindet er als hartherzig, irrwegig, unsympatisch kurzum: er lehnt Vernunft ab.
Wer deshalb in seinem moralischen Urteil den Salazar und sein Handeln mit demjenigen eines Adolf Hitler vergleicht oder gar gleichsetzt, oder mit einem Mussolini und den Salazar einen „Faschisten“ nennt, ist entweder boeswillig oder unzureichend informiert.

Selbst mit Ludwig Erhard, obschon Salazar wie Erhard Wirtschaftsprofessor war, laesst sich Salazar nicht vergleichen, denn im Vergleich zu Deutschland, wo (bloss) die Industriegebaeude und -maschinen zu (bloss) 25 % zerstoert waren, hat es in Portugal nur Arbeiter gegeben, die weder lesen und schreiben konnten, und diejenigen, die lesen konnten, hatten keine weiterfuehrenden Lehrbuecher, und diejenigen die dilettantisch -weil ohne Ausbildung zwar- aber immerhin sich zu behelfen wussten, wollten nicht diszipliniert wie Sklaven arbeiten.

Eine andere einzigartige Aufgabe Salazars lag in der Verwaltung des friedlichen Zusammenlebens der zahlreichen afrikanischen Voelker, unabhaengiger miteinander seit jeher verfeindeter Etnien und Sprachfamilien in den sog. Kolonien Portugals in Afrika, was die Portugiesen ihre „ueberseeischen Provinzen“ nannten.

Die heutigen Waffenlieferanten und Kreditgeberstaaten der in Buergerkrieg und Chaos verwahrlosten Staaten unterschlagen geflissentlich die Tatsache, dass Salazar sehrwohl die Unabhaengigkeit der Kolonien herbeiwuenschte, nur dass ihm die Ordnungskraefte dafuer fehlten.
Die UN verlangten aber ausdruecklich eine Unabhaengigkeit unter „schwarzafrikanischer Herrschaft“.
Mit dieser Losung wurde Leid und Verderben in die ehemals reichen Laender Afrikas gepflanzt, nicht nur das portugiesische Weltreich erfolgreich zerstoert.
Sogar die Kirche hat Salazar wegen der zurueckliegenden Enteignungen ihres Vermoegens, Grundbesitzes, Privilegien etc durch die vorherigen liberalen republikanischen Regierungen unter Druck gesetzt.
Zur Strafe wegen der Nichteinwilligung Salazars zu irrsinnig hohen Zahlungsverpflichtungen als „Schadensersatz“ des portugiesischen Volkes im beiderseitigen Konkordat entzog der Papst in internationalen Gremien dem Staate Portugals die Zustimmung und Unterstuetzung.

Salazar sorgte sich um den Frieden, Schutz von Leben und Eigentum aller Mitbewohner auf portugiesischem Territorium in aller Welt.
Gebuehrt ihm nicht schon allein deshalb unsere Hochachtung ?

Diejenigen, die an den Buergerkriegen Honig saugten, an den Rohstoffen heute weiterhin Honig saugen, denen als Loesung heute eine Entsendung einer Friedenstruppe notwendig und gerechtfertigt erscheint, und Fluechtlinge in Wuesten absetzen und dem Verdursten und Sterben ueberantworten, bekennen nicht, dass Salazar diese Not vorhergesehen hat und vorallem zu verhindern wusste.

Das Portugal in Zeiten eines Salazar war wie der sagenhaft verdreckte Stall des Augias.
Die Leistungen dieses neutralen, fuersorglichen und konsequent unnachgiebigen Patriarchen muessen vor diesem Hintergrund gesehen und beurteilt werden.

Nach Salazar kam fuer Millionen Afrikaner, Timorenser, Goaer, der Tod.
Fuer die Portugiesen:
Geldentwertung, Billigkeit der Arbeitskraft, chaotische oeffentliche Buchfuehrung, Stillstand des Rechtssystem (wegen Ueberlastung), Wartezeiten von bis 10 Jahren (!) und Zustaende in Krankenhaeusern wie in Krisengebieten (wegen Unbezahlbarkeit), und darueberhinaus heute eine Bevormundung durch europaeische Normen, Lebensweisen und Geschmack.

Wie eine Tsunami fluten Auslaender und auslaendische Handelsketten z.B. ALDI, PLUS, LIDL, SCHLECKER), Grossinvestoren und Produkte nach Portugal, welches selbst sich in einer Phase der Des-industrialisierung befindet (damit Europaer ihren Exportueberschuss geniessen).

Der Portugiese wird zukuenftig als Golfrasen-gaertner, Popcorn-verkaeufer, und Hampelmann sein Leben fristen, Portugal ein europaeisches Reservat fuer Urlaub und Folklore sein.

Wollen meine Leser wissen, weshalb Portugal trotzallem bis heute ueberlebt hat ?

Die Bruecken, Strassen, Wasserleitungen, die Salazar errichtete, werden an Investoren verkauft und zurueckgeleast.
Der Goldschatz, den Salazar auf 800 Tonnen aufhaeufte, wird Stueck um Stueck abgetragen, verjubelt, verprasst.

Doch nicht im Verjubeln und Verschwenden sah Salazar eine Tugend.
Wer etwas aufbauen und bezahlen kann, darf sich mit ihm messen !

Deshalb, und nicht wegen irgendeiner politischen Couleur, denn Salazar trug keine Farben weder am Hut, Hosenbein, Corpsbauch , noch am Revers, Salazar war weder „rechts“ noch „links“, weder „rot“, „braun“ noch „schwarz“, Salazar war stolzer bescheidener Portugiese ein Bauernjunge mit Gottesfurcht.

Deshalb wuenscht sich ein Pole einen polnischen Salazar.

Deshalb jaulte die gesamte Horde der EU-Politiker, denen Rechenschaft ablegen so fernliegt wie dem Teufel das Weihwasser, allen voran ihr portugiesischer Oberhaeuptling, der gelernte, beliebte, nichts bereuende Anti-Faschist und Maoist: Manuel Barroso !

ABSCHIED VON SALAZAR

Der „Dreyfus Portugals“ : Artur Carlos de Barros Basto (1887 – 1961)

Juli 12, 2006

Alle Welt spricht, besser sollte sprechen, heute ueber jenes denkwuerdige Urteil des franzoesischen Obersten Gerichtshofs Cour de Cassation im Jahr 1906.

Aus einem Papierschnipsel (bordereau) wurde ein Strafverfahren wegen Hochverrats gegen Alfred Dreyfus konstruiert.
Der Osterhase aus dem Burgenland grinste.

Ronald Schechter ermahnt uns, auch heute wieder -mehr denn je- auf der Hut zu sein vor
THE GHOSTS OF ALFRED DREYFUS

Wer in Portugal lebt, wie ich, wird jaeh an die Inquisition erinnert (seit 1536 in Portugal).

Und auch in juengster Zeit noch, man sollte es nicht glauben, hat Portugal ein aehnliches skurriles inquisitorisches Verfahren erlebt, das mit einer unehrenhaften Entlassung eines verdienten Offiziers aus der Armee endete.

Capitao Artur Carlos de Barros Basto (Ben Rosh)

Es war im Ersten Weltkrieg, in den Schuetzengraeben von Flandern, als Soldat Artur freitags einen franzoesichen Kameraden beobachtete, wie dieser Kerzen anzuendete.
Kerzenanzuenden, wie er es selbst als kleiner Junge im Hause seines Grossvaters in Amarante oft und verstaendnislos mit angesehen hatte….

Als Artur, mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, nach Hause kommt ist er ein „anderer“ Mensch.

Er wird fortan sein Leben dem „Werk der Rettung“ (port.: „Obra de Resgate“)widmen und bemueht sein, Freunde und Nachbarn aus den Bergstaedten Portugals, die wie seine Familie schreckhaft heimlich nebenher dem katholischen einen rudimentaer juedischen Glauben pflegen, sich von Schein und Heimlichkeit zu befreien und sich zumindest anderen Juden als Juden zu erkennen zu geben.

Die meisten Crypto-Juden („Versteckjuden“) nannten sich „Cruz“ (port.: „Kreuz“)
Deren Zahl war so gross, dass man sagte, es wohnten in Covilhã Stadt mehr Kreuze als sich dort auf dem Friedhof befaenden….

Zwar hatte in Portugal schon im Jahr 1917 der polnisch-juedische Bergbauingenieur Samuel Schwarz sozusagen juedische Menschen entdeckt.
Aber die Juden Lissabons trauten diesem Polen und seinen geradezu phantastischen Geschichten nicht !

So wurde auch jetzt Artur von ihnen abgewiesen und musste bis nach Marroko reisen, um dort in Tanger im juedischen Glauben unterwiesen und schliesslich als Abraham Israel Ben-Rosh als Jude anerkannt zu werden.

Ben-Rosh gruendete in Porto eine juedische Wochenzeitung namens HALPID sowie eine Yeshiva (Religionsschule).

Lucien Wolf (1857 – 1930) jener Sohn eines boehmischen Vaters und einer sudendeutschen Mutter -also irgendwie ein entfernter Vetter von mir- wurde auf Ben Rosh aufmerksam.
Lucien galt uebrigens als deutschfreundlich, war Vertreter der juedischen Minderheiten bei den Vertraegen von Versailles, Mitglied zahlreicher juedischer Verbaende und wichtigster Vertrauensmann von Ben Rosh und seinem Anliegen.

Die Koepenikade lag darin, dass die Crypto-Juden im Norden Portugals in derartiger Abgeschiedenheit und Heimlichkeit lebten, dass sie im Laufe der jahrhunderte nahezu saemtliche (sichtbaren und verraeterischen) juedische Rituale abgelegt und sogar vergessen hatten !

Die Sorge um Leib & Leben, Hab & Gut, war ihnen derart in Fleisch und Blut uebergegangen, dass diese Juden auch die „Hilfe“ von Ben Rosh beargwoehnten und zurueckwiesen.
Wen wundert´s , dass die juedische Gemeinschaft in Lissabon, bestehend aus Mitgliedern aus Osteuropa und Marokko, ebensowenig von jenen „Glaubensbruedern“ wissen noch hoeren wollte ?!

Ben Rosh unbeirrt gruendete in Porto im Jahr 1929 , in der Strasse Guerra Junqueiro, eine Synagoge:
MEKOR HAIM (Quelle des Lebens)

Finanziert wurde der Kauf des Grundstuecks von Baron Edmond de Rothschild(1845 – 1934)aus Paris, und der Bau dieser Synagoge von dem beruehmten irakischen Juden in Shanghai, Sir Elly Kadoorie (1867 – 1944).

Waren die Schwierigkeiten eines „Apostels der Juden“ -wie man ihn bald nannte- schon schwierig genug, so sollten noch die giftigsten Ueberraschungen nicht lange auf sich warten lassen.

Zur damaligen Zeit naemlich erlebte Portugal seinen „Kulturkampf“.
Immer brutaler -der Ausdruck ist leider gerechtfertigt- kaempfte die Kirche um ihre Pfruende, Privilegien, Schadensersatzforderungen (wegen zahlreicher Enteignungen) und Kontrolle ueber Staat und Menschen und andererseits kaempften die Liberalen, auch Freimaurer, mit genauso brutalen Mitteln -bishin zu Bombenattentaten in Fatima- fuer das was sie die Freiheit nannten.

Eine Missionierung fuer jede Religion, die nicht Staatsreligion war -also die katholische-, war in Portugal damals polizeilich verboten.

Als die Behoerden damit allein gegen Ben Rosh nichts ausrichten konnten griffen sie tiefer, ganz tief, in die Trickkiste:

Was ist in Augen eines Katholiken Brit Milah ?

Ein Sexualdelikt !
Da Ben Rosh die Uniform eines Offiziers Portugals trug und in seinen Gespraechen zu einer „Beruehrung von maennlichen Gemaechten“ anregte wurde er wegen Verstosses gegen die Guten Sitten („Moral“) angezeigt wegen „bem e bem estar“ verurteilt.
Etwa : „Zum Wohle und Gemeinfriedens“

Ben Rosh hatte verloren.
Seinen weiteren Lebensweg kenne ich nicht.
Auch bei seinem Todestag bin ich mir nicht sicher.

Was bleibt mir zu sagen ?
Einen wunderschoenen Gedenkspruch fand ich auf dem Grabstein von Elly Kadoorie:

Shanghai Jewish Memorial

Die wahre Gruft der Toten ist das Herz der Lebenden

Dreyfus und Ben Rosh leben !

Heiliger Benediktus ein Schutzpatron Europas ?

Juli 11, 2006

Ideale werden durch Idole lebendig, begreifbar.
Ein „Schutzpatron“ soll dabei den Eindruck vermitteln, dass man gegen Versuchungen und Unglueck gewappnet eben geschuetzt ist.

Ist Benedikt aus Nursia ein Schutzpatron Europas und werde ich heute auf sein Wohl einen Becher (portugiesischen) Rotwein leeren ?

Ich musste zur Loesung dieser Frage seine beruehmten Regeln durchlesen:
BENEDIKTINER REGEL

Gehorsam ist das Leitmotiv.
Verzicht auf Menschlichkeit ist die Voraussetzung.
Vernunft und Gewissen sind abgeschafft.

Es sind die Regeln fuer Soldaten, fuer Mitglieder einer Gewerkschaft, einer politischen Partei, fuer Menschen in Not, in einem Schiff bei Sturm, in einer Kupfermine, vielleicht sogar fuer Fussballer und Fussballvereine aber gewiss gaenzlich ungeeignet fuer die friedlich & gerechte Verwaltung einer Familie, eines Dorfes oder gar einer Staatengemeinschaft.

Kinder und Familie, Nachbarn im Dorf und Gemeinschaft mit „Andersglaeubigen“ waren Benedikt ein Graus !

Als Schmarotzer, als Schnorrer, lebt es sich bequem.
Italiener sind tatsaechlich wie die Satire sagt: Parasiten.

In Portugal hat man erkannt, dass man die Bethaeuser der Benediktiner gut anderen, naemlich wichtigen, lebenswichtigen Aufgaben, zufuehren koennte:

Das Parlamentsgebaeude Portugals in Lissabon ist eine ehemalige weil enteignete Benediktiner Immobilie.

(„Sao Bento“)

Benediktus:
Keine Frau, keine Kinder, kein Arzt, kein Feuerwehrmann, kein Polizist, kein Bauer, kein Handwerker, kein Arbeiter.

Ein Taugenichts als Schutzpatron Europas ?
Na klar doch:
Sr. Durão Barroso ist naemlich ueberzeugter Maoist.
(Was anderes hat er nicht gelernt)

Was unterscheidet die Mao-Bibel von den Benediktusregeln ?

Leute, seid wachsam !