Archive for Juli 2006

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Juli 31, 2006

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Salazar ein Herkules im Staate Portugal

Juli 27, 2006

Weil sich ein Europa Parlamentarier, der Jaroslaw Kaczynski, fuer seine polnische Heimat u.a. einen Salazar gewuenscht hat, nehme ich den Todestag heute im Jahr 1970 von Antonio de Oliveira Salazar (1889 – 1970) zum Anlass, meinen werten Lesern, diesen Mann und seine Zeit einmal naeherzubringen.
Von unten betrachtet, aus Sicht eines in Portugal lebenden Beobachters.

Der Name „OLIVEIRA“ heisst zu deutsch: OLIVENBAUM und ist deshalb ein typischer Name eines Portugiesen.
Berufsnamen wie im Deutschen , z.B. Fischer, Bauer, Koehler, gibt es in Portugal nicht, weil in Portugal seit jeher Arbeit und Arbeitersein verpoent war und man sich nach seiner Herkunft, z.B. Eisenerzfeld (Ferreira), Birnbaum (Pereira), Santos (Heiligenstatue), Cruz (Wegkreuz) nennt/nannte.

Der Name „SALAZAR“ kommt aus dem Namen: SAINT LAZARUS und ist deshalb (eigentlich) ein typischer Name eines katholischen Heiligen, wie ihn sich Juden zulegten, wenn sie vor Nachstellungen bzw. Verfolgungen der spanisch/portugiesischen Inquisition die Taufe waehlten , um ihr Leben zu retten.

Der Lebensweg von Salazar ist geradezu unglaublich, wenn man sich die Abgeschiedenheit seines Heimatdorfes Santa Comba Dao vorstellt, die Rueckstaendigkeit des port. Bildungswesens, des Denkens, die Armut und Hilfslosigkeit der portugiesischen Bevoelkerung auf dem Land, ebenso die Not und Bescheidenheit seiner Eltern, nicht zuletzt wegen der Rueckstaendigkeit von Ackerbau und Viehzucht.

Die Bevorzugung des Weinbaus zu Gunsten englischer Handelshaeuser und Handelsvertraege, welche eine eigene Entwicklung von Gewerbebetrieben durch Billigimporte aus England erstickt bzw. verboten hatten, hat einen nachhaltigen Einfluss auch auf das chronische Haushaltsdefizit Portugals ausgeuebt, schon zu einer Zeit, als die Goldfunde Brasiliens den Importen geopfert wurden.

Geburtshaus von Oliveira Salazar

Eigentlich wollte auch Salazar zunaechst nur katholischer Priester werden.
Fuer einen begabten, leistungswilligen jungen Bauern-/Arbeitersohn ist auch heute noch in Portugal ein gesellschaftlicher Aufstieg unmoeglich d.h. in der hier herrschenden „byzantinischen Hierarchie“ auf Aemtern und in Bueros den Mitgliedern alteingesessener Familien vorbehalten.

Die Demokratisierung Portugals nach 1974, nach jener Nelkenrevolution des 25. April, hat zwar die Anzahl der Privilegierten um das Heer ehemaliger Anti-Faschisten und Gewerkschafts Guenstlingen erweitert, jedoch das undemokratische feudalistische Prinzip beibehalten.

Einzige Ausnahme:
eine Karriere in Kirche und in kirchlichen Bewegungen (z.B. OPUS DEI).
Wichtige Privatbanken mit ihren Verflechtungen in Industrie und Politik rekrutieren ihre Fuehrungskraefte nahezu ausnahmslos im Opus Dei.

Waere Salazar ein Mann des Opus Dei geworden, oder ein Jesuit, ein Bischof, waere er vielleicht ob seiner Intelligenz und (patriarchisch autoritaeren) Fuehrungsqualitaet zum Papst gewaehlt worden, und sein Name heute eine Heiligkeit auf Heiligenbildchen.

Waere Salazar ein Kommunist geworden, ein redegewandter Demagoge, stalinisitischer Hassprediger, sein Name schmueckte heute viele Plaetze in den Grossstaedten Europas, in den Fakultaeten und Schulbuechern.

Waere Salazar ein Lobbyist geworden, ein Fuersprecher in Portugal der 30er Jahre einer Weltbank, eines internationalen Industriekartells, oder einer US-Stiftung, so waere sein Name heute ein Inbegriff von Vernunft und Hochachtung, ein Friedensapostel, unvergessener Menschenfreund.

In jedem Fall haette Salazar seinen Lebensweg gemeistert, haette Wohlstand und Ansehen erlangt und seinen Dienstherren grosse Dienste erwiesen.

Stattdessen war es Salazars Anliegen, aus seinem Portugal ein gleichberechtigtes und gleichwertiges Mitglied der Staatengemeinschaft zu machen. Sein persoenlicher Reichtum war ihm hierbei egal.
Dabei nahm er das Wort „Pastor“ (deutsch: Schaefer) woertlich und bemuehte sich, seine Landsleute vor Woelfen und Unheil zu beschuetzen.
Salazars Arbeit war dabei vorallem die Buchhaltung, die unbestechliche und nuechterne Unterscheidung zwischen Soll und Haben, und eben diese Weltanschauung machte ihn bei vielen Zeitgenossen hoechst unbeliebt.
Portugals Besonderheit war der Verbund vieler Staaten unterschiedlichster Lage und Eigenheit und das Zusammenleben unter einem Dach.
Salazars Anliegen zeigt dieses Bild in Schulbuechern:

Salazar war mitnichten „Diktator“, eben kein Verfechter von sklavischer Unterordnung von Andersglaeubigen oder von sich selbst (er wurde deshalb nicht Priester), forderte nicht die Enteignung von Bauern und Eigentum (er wurde kein Kommunist), oder Unterordnung von „volksfremden Rassen“ (er wurde kein Nazi), auch war er kein Vorkaempfer fuer die Verschuldung durch Chaosmanagment in portugiesischen Laendern Afrikas (er wurde kein Oel-/Diamanten-/Rohstofflobbyist oder Waffenindustrie-/Bankenberarter).

Man stelle sich nur einmal die Lage Portugals vor zur Zeit als Salazar sich als Jurastudent einschrieb:

Meine werten Leser moegen folgendes bedenken:
Wir schreiben das Jahr 1911.

Portugal kennt kein Buergertum, keine Staende, keine Handwerker mit ihren Lehren, Standesordnungen, Selbstverwaltungen.
Portugals Landwirtschaft beschraenkt sich auf Subsistenzbetriebe in der Groesse von erweiterten Schrebergaerten. Der Boden ist karg, die Ertraege bescheiden. Es fehlen zudem Bewaesserungskanaele und technische Hilfsmittel. Portugal ist auch heute noch nicht autark.
Das Hinterland Portugals hat keine Strassen, keine Wege nur Trampelpfade aus roemischer Zeit.
Portugal hat keine Kohle/Wasserenergie und ohne Kohle keine Industrialisierung.
Portugal hat keinen „Grosshandel“ und ohne Grosshaendler kann ein Fabrikant nicht planen, finanzieren und produzieren..
Portugal hat keine Schulen und keine Lehrer und keine Tradition des Lernens. Noch heute verlassen etwa 50 % aller Schueler die Hauptschule (!) ohne Abschluss.
Portugal ist urkatholisch, d.h. es gab keine Reformation und keine heilsame Gegenreformation, keinen Luther (der zum Selberlesen aufruft) und keinen Kant (der zum Selberbeurteilen aufruft), keinen Napoleon (der die Inquisition abschafft). Dem Portugiesen sind Eigenverantwortung und Eigeninitiave fremd. Die Industrie Portugals ist noch heute bloss „verlaengerte Werkbank“ eines Auslaenders und auf Gedeih und Verderb von auslaendischen Ideen und „Auftraegen“ (besser gesagt: Befehlen) abhaengig.
Portugal ist England, vorallem der Baringsbank, heillos verschuldet.
Weltkrieg, Arbeitslose, Buergerkrieg beim Nachbarn, Revolutionen in aller Welt….
Der Portugiese kennt kein „Miteinander“ ist hagestolzer unverbesserlicher Individualist, der Staat ist sein Feind, sein Nachbar sein Aergernis, sein Landsmann sein Konkurrent.
Noch heute findet die Seele des Portugiesen nur im Fussball ein zuhause, in Fatima, und beim Anhoeren und Mitsingen des Fado.
Der Portugiese liebt Utopien und Illusionen, sog. „Wunder“ von Ourique, Guadalupe, Fatima, etc.
Vernunft und berechndes Kalkuel empfindet er als hartherzig, irrwegig, unsympatisch kurzum: er lehnt Vernunft ab.
Wer deshalb in seinem moralischen Urteil den Salazar und sein Handeln mit demjenigen eines Adolf Hitler vergleicht oder gar gleichsetzt, oder mit einem Mussolini und den Salazar einen „Faschisten“ nennt, ist entweder boeswillig oder unzureichend informiert.

Selbst mit Ludwig Erhard, obschon Salazar wie Erhard Wirtschaftsprofessor war, laesst sich Salazar nicht vergleichen, denn im Vergleich zu Deutschland, wo (bloss) die Industriegebaeude und -maschinen zu (bloss) 25 % zerstoert waren, hat es in Portugal nur Arbeiter gegeben, die weder lesen und schreiben konnten, und diejenigen, die lesen konnten, hatten keine weiterfuehrenden Lehrbuecher, und diejenigen die dilettantisch -weil ohne Ausbildung zwar- aber immerhin sich zu behelfen wussten, wollten nicht diszipliniert wie Sklaven arbeiten.

Eine andere einzigartige Aufgabe Salazars lag in der Verwaltung des friedlichen Zusammenlebens der zahlreichen afrikanischen Voelker, unabhaengiger miteinander seit jeher verfeindeter Etnien und Sprachfamilien in den sog. Kolonien Portugals in Afrika, was die Portugiesen ihre „ueberseeischen Provinzen“ nannten.

Die heutigen Waffenlieferanten und Kreditgeberstaaten der in Buergerkrieg und Chaos verwahrlosten Staaten unterschlagen geflissentlich die Tatsache, dass Salazar sehrwohl die Unabhaengigkeit der Kolonien herbeiwuenschte, nur dass ihm die Ordnungskraefte dafuer fehlten.
Die UN verlangten aber ausdruecklich eine Unabhaengigkeit unter „schwarzafrikanischer Herrschaft“.
Mit dieser Losung wurde Leid und Verderben in die ehemals reichen Laender Afrikas gepflanzt, nicht nur das portugiesische Weltreich erfolgreich zerstoert.
Sogar die Kirche hat Salazar wegen der zurueckliegenden Enteignungen ihres Vermoegens, Grundbesitzes, Privilegien etc durch die vorherigen liberalen republikanischen Regierungen unter Druck gesetzt.
Zur Strafe wegen der Nichteinwilligung Salazars zu irrsinnig hohen Zahlungsverpflichtungen als „Schadensersatz“ des portugiesischen Volkes im beiderseitigen Konkordat entzog der Papst in internationalen Gremien dem Staate Portugals die Zustimmung und Unterstuetzung.

Salazar sorgte sich um den Frieden, Schutz von Leben und Eigentum aller Mitbewohner auf portugiesischem Territorium in aller Welt.
Gebuehrt ihm nicht schon allein deshalb unsere Hochachtung ?

Diejenigen, die an den Buergerkriegen Honig saugten, an den Rohstoffen heute weiterhin Honig saugen, denen als Loesung heute eine Entsendung einer Friedenstruppe notwendig und gerechtfertigt erscheint, und Fluechtlinge in Wuesten absetzen und dem Verdursten und Sterben ueberantworten, bekennen nicht, dass Salazar diese Not vorhergesehen hat und vorallem zu verhindern wusste.

Das Portugal in Zeiten eines Salazar war wie der sagenhaft verdreckte Stall des Augias.
Die Leistungen dieses neutralen, fuersorglichen und konsequent unnachgiebigen Patriarchen muessen vor diesem Hintergrund gesehen und beurteilt werden.

Nach Salazar kam fuer Millionen Afrikaner, Timorenser, Goaer, der Tod.
Fuer die Portugiesen:
Geldentwertung, Billigkeit der Arbeitskraft, chaotische oeffentliche Buchfuehrung, Stillstand des Rechtssystem (wegen Ueberlastung), Wartezeiten von bis 10 Jahren (!) und Zustaende in Krankenhaeusern wie in Krisengebieten (wegen Unbezahlbarkeit), und darueberhinaus heute eine Bevormundung durch europaeische Normen, Lebensweisen und Geschmack.

Wie eine Tsunami fluten Auslaender und auslaendische Handelsketten z.B. ALDI, PLUS, LIDL, SCHLECKER), Grossinvestoren und Produkte nach Portugal, welches selbst sich in einer Phase der Des-industrialisierung befindet (damit Europaer ihren Exportueberschuss geniessen).

Der Portugiese wird zukuenftig als Golfrasen-gaertner, Popcorn-verkaeufer, und Hampelmann sein Leben fristen, Portugal ein europaeisches Reservat fuer Urlaub und Folklore sein.

Wollen meine Leser wissen, weshalb Portugal trotzallem bis heute ueberlebt hat ?

Die Bruecken, Strassen, Wasserleitungen, die Salazar errichtete, werden an Investoren verkauft und zurueckgeleast.
Der Goldschatz, den Salazar auf 800 Tonnen aufhaeufte, wird Stueck um Stueck abgetragen, verjubelt, verprasst.

Doch nicht im Verjubeln und Verschwenden sah Salazar eine Tugend.
Wer etwas aufbauen und bezahlen kann, darf sich mit ihm messen !

Deshalb, und nicht wegen irgendeiner politischen Couleur, denn Salazar trug keine Farben weder am Hut, Hosenbein, Corpsbauch , noch am Revers, Salazar war weder „rechts“ noch „links“, weder „rot“, „braun“ noch „schwarz“, Salazar war stolzer bescheidener Portugiese ein Bauernjunge mit Gottesfurcht.

Deshalb wuenscht sich ein Pole einen polnischen Salazar.

Deshalb jaulte die gesamte Horde der EU-Politiker, denen Rechenschaft ablegen so fernliegt wie dem Teufel das Weihwasser, allen voran ihr portugiesischer Oberhaeuptling, der gelernte, beliebte, nichts bereuende Anti-Faschist und Maoist: Manuel Barroso !

ABSCHIED VON SALAZAR

Der „Dreyfus Portugals“ : Artur Carlos de Barros Basto (1887 – 1961)

Juli 12, 2006

Alle Welt spricht, besser sollte sprechen, heute ueber jenes denkwuerdige Urteil des franzoesischen Obersten Gerichtshofs Cour de Cassation im Jahr 1906.

Aus einem Papierschnipsel (bordereau) wurde ein Strafverfahren wegen Hochverrats gegen Alfred Dreyfus konstruiert.
Der Osterhase aus dem Burgenland grinste.

Ronald Schechter ermahnt uns, auch heute wieder -mehr denn je- auf der Hut zu sein vor
THE GHOSTS OF ALFRED DREYFUS

Wer in Portugal lebt, wie ich, wird jaeh an die Inquisition erinnert (seit 1536 in Portugal).

Und auch in juengster Zeit noch, man sollte es nicht glauben, hat Portugal ein aehnliches skurriles inquisitorisches Verfahren erlebt, das mit einer unehrenhaften Entlassung eines verdienten Offiziers aus der Armee endete.

Capitao Artur Carlos de Barros Basto (Ben Rosh)

Es war im Ersten Weltkrieg, in den Schuetzengraeben von Flandern, als Soldat Artur freitags einen franzoesichen Kameraden beobachtete, wie dieser Kerzen anzuendete.
Kerzenanzuenden, wie er es selbst als kleiner Junge im Hause seines Grossvaters in Amarante oft und verstaendnislos mit angesehen hatte….

Als Artur, mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, nach Hause kommt ist er ein „anderer“ Mensch.

Er wird fortan sein Leben dem „Werk der Rettung“ (port.: „Obra de Resgate“)widmen und bemueht sein, Freunde und Nachbarn aus den Bergstaedten Portugals, die wie seine Familie schreckhaft heimlich nebenher dem katholischen einen rudimentaer juedischen Glauben pflegen, sich von Schein und Heimlichkeit zu befreien und sich zumindest anderen Juden als Juden zu erkennen zu geben.

Die meisten Crypto-Juden („Versteckjuden“) nannten sich „Cruz“ (port.: „Kreuz“)
Deren Zahl war so gross, dass man sagte, es wohnten in Covilhã Stadt mehr Kreuze als sich dort auf dem Friedhof befaenden….

Zwar hatte in Portugal schon im Jahr 1917 der polnisch-juedische Bergbauingenieur Samuel Schwarz sozusagen juedische Menschen entdeckt.
Aber die Juden Lissabons trauten diesem Polen und seinen geradezu phantastischen Geschichten nicht !

So wurde auch jetzt Artur von ihnen abgewiesen und musste bis nach Marroko reisen, um dort in Tanger im juedischen Glauben unterwiesen und schliesslich als Abraham Israel Ben-Rosh als Jude anerkannt zu werden.

Ben-Rosh gruendete in Porto eine juedische Wochenzeitung namens HALPID sowie eine Yeshiva (Religionsschule).

Lucien Wolf (1857 – 1930) jener Sohn eines boehmischen Vaters und einer sudendeutschen Mutter -also irgendwie ein entfernter Vetter von mir- wurde auf Ben Rosh aufmerksam.
Lucien galt uebrigens als deutschfreundlich, war Vertreter der juedischen Minderheiten bei den Vertraegen von Versailles, Mitglied zahlreicher juedischer Verbaende und wichtigster Vertrauensmann von Ben Rosh und seinem Anliegen.

Die Koepenikade lag darin, dass die Crypto-Juden im Norden Portugals in derartiger Abgeschiedenheit und Heimlichkeit lebten, dass sie im Laufe der jahrhunderte nahezu saemtliche (sichtbaren und verraeterischen) juedische Rituale abgelegt und sogar vergessen hatten !

Die Sorge um Leib & Leben, Hab & Gut, war ihnen derart in Fleisch und Blut uebergegangen, dass diese Juden auch die „Hilfe“ von Ben Rosh beargwoehnten und zurueckwiesen.
Wen wundert´s , dass die juedische Gemeinschaft in Lissabon, bestehend aus Mitgliedern aus Osteuropa und Marokko, ebensowenig von jenen „Glaubensbruedern“ wissen noch hoeren wollte ?!

Ben Rosh unbeirrt gruendete in Porto im Jahr 1929 , in der Strasse Guerra Junqueiro, eine Synagoge:
MEKOR HAIM (Quelle des Lebens)

Finanziert wurde der Kauf des Grundstuecks von Baron Edmond de Rothschild(1845 – 1934)aus Paris, und der Bau dieser Synagoge von dem beruehmten irakischen Juden in Shanghai, Sir Elly Kadoorie (1867 – 1944).

Waren die Schwierigkeiten eines „Apostels der Juden“ -wie man ihn bald nannte- schon schwierig genug, so sollten noch die giftigsten Ueberraschungen nicht lange auf sich warten lassen.

Zur damaligen Zeit naemlich erlebte Portugal seinen „Kulturkampf“.
Immer brutaler -der Ausdruck ist leider gerechtfertigt- kaempfte die Kirche um ihre Pfruende, Privilegien, Schadensersatzforderungen (wegen zahlreicher Enteignungen) und Kontrolle ueber Staat und Menschen und andererseits kaempften die Liberalen, auch Freimaurer, mit genauso brutalen Mitteln -bishin zu Bombenattentaten in Fatima- fuer das was sie die Freiheit nannten.

Eine Missionierung fuer jede Religion, die nicht Staatsreligion war -also die katholische-, war in Portugal damals polizeilich verboten.

Als die Behoerden damit allein gegen Ben Rosh nichts ausrichten konnten griffen sie tiefer, ganz tief, in die Trickkiste:

Was ist in Augen eines Katholiken Brit Milah ?

Ein Sexualdelikt !
Da Ben Rosh die Uniform eines Offiziers Portugals trug und in seinen Gespraechen zu einer „Beruehrung von maennlichen Gemaechten“ anregte wurde er wegen Verstosses gegen die Guten Sitten („Moral“) angezeigt wegen „bem e bem estar“ verurteilt.
Etwa : „Zum Wohle und Gemeinfriedens“

Ben Rosh hatte verloren.
Seinen weiteren Lebensweg kenne ich nicht.
Auch bei seinem Todestag bin ich mir nicht sicher.

Was bleibt mir zu sagen ?
Einen wunderschoenen Gedenkspruch fand ich auf dem Grabstein von Elly Kadoorie:

Shanghai Jewish Memorial

Die wahre Gruft der Toten ist das Herz der Lebenden

Dreyfus und Ben Rosh leben !

Heiliger Benediktus ein Schutzpatron Europas ?

Juli 11, 2006

Ideale werden durch Idole lebendig, begreifbar.
Ein „Schutzpatron“ soll dabei den Eindruck vermitteln, dass man gegen Versuchungen und Unglueck gewappnet eben geschuetzt ist.

Ist Benedikt aus Nursia ein Schutzpatron Europas und werde ich heute auf sein Wohl einen Becher (portugiesischen) Rotwein leeren ?

Ich musste zur Loesung dieser Frage seine beruehmten Regeln durchlesen:
BENEDIKTINER REGEL

Gehorsam ist das Leitmotiv.
Verzicht auf Menschlichkeit ist die Voraussetzung.
Vernunft und Gewissen sind abgeschafft.

Es sind die Regeln fuer Soldaten, fuer Mitglieder einer Gewerkschaft, einer politischen Partei, fuer Menschen in Not, in einem Schiff bei Sturm, in einer Kupfermine, vielleicht sogar fuer Fussballer und Fussballvereine aber gewiss gaenzlich ungeeignet fuer die friedlich & gerechte Verwaltung einer Familie, eines Dorfes oder gar einer Staatengemeinschaft.

Kinder und Familie, Nachbarn im Dorf und Gemeinschaft mit „Andersglaeubigen“ waren Benedikt ein Graus !

Als Schmarotzer, als Schnorrer, lebt es sich bequem.
Italiener sind tatsaechlich wie die Satire sagt: Parasiten.

In Portugal hat man erkannt, dass man die Bethaeuser der Benediktiner gut anderen, naemlich wichtigen, lebenswichtigen Aufgaben, zufuehren koennte:

Das Parlamentsgebaeude Portugals in Lissabon ist eine ehemalige weil enteignete Benediktiner Immobilie.

(„Sao Bento“)

Benediktus:
Keine Frau, keine Kinder, kein Arzt, kein Feuerwehrmann, kein Polizist, kein Bauer, kein Handwerker, kein Arbeiter.

Ein Taugenichts als Schutzpatron Europas ?
Na klar doch:
Sr. Durão Barroso ist naemlich ueberzeugter Maoist.
(Was anderes hat er nicht gelernt)

Was unterscheidet die Mao-Bibel von den Benediktusregeln ?

Leute, seid wachsam !

Gilad !

Juli 10, 2006

Vasco da Gama entdeckt polnischen Juden in Indien

Juli 9, 2006

Gestern im Jahr 1497 verlaesst nach pompoesem Theater, Kniefall, Schwur und Handkuss ein gewisser BASKE VON DER HIRSCHKUH (port.: „Vasco da Gama“)mit seinem Bruder Paulo und weiteren etwa 170 Mann in 4 Schiffen den Hafen von Lissabon.

Vasco hat den Seeweg nach Indien nicht „entdeckt“.
Die Existenz eines Seewegs war jedermann in Portugals Elite bekannt.
(Wir sagen ja auch nicht: „den Luftweg zum Mond entdeckt“)

Vasco sollte ihn endlich befahren und in Besitz nehmen.
Die Unternehmung war bestens und seit langer Zeit geplant.
Zur Durchfuehrung standen dem Koenig Portugals die besten Berater (vorallem sefardische Mathematiker und Astronomen) und Seekapitaene zu Seite.

Koenig Manuel I. (1469 -1521) von Portugal hat schliesslich Vasco mit der Leitung beauftragt, weil nur ein Christusritter die paepstliche Legitimation besass, im Namen des Christusordens zu rauben, morden und erobern.
Vasco galt wohl den Ordensleuten als besonders zuverlaessig.
Dass Vasco ein Portugiese war ist dagegen eher nebensaechlich, denn Portugal der Staat hatte keinerlei Eroberungsrechte oder was auch immer…

Die Planung:
Der schillerndste Spion der portugiesischen Koenige war Pêro aus Covilhã(1460 – 1526), der Weberstadt im „Gebirge der Sterne“ Portugals (port.: „Serra da Estrela“), sprachbegabt, weltgewandt, abenteuerlustig.
Auf Anordnung von Koenig Manuels Vorgaenger, Koenig João II. (1455 – 1495) war Pêro im Jahr 1489 auf dem Landweg und getarnt als Haendler, mit einer „Kreditkarte“ des florentinischen Bankers Bartolomeu Marchioni, bis nach Indien ins Handelszentrum (in malayalam:) Kozhikode (engl.: Calicut) gekommen.

Zurueckgekehrt nach Kairo uebergab Pêro seine Berichte an Rabbi Abraham aus Beja und José dem Schuhmacher aus Lamego, José Sapateiro, die vom portugiesischen Koenig auf die Suche nach ihm geschickt worden waren, und die ihn nachts am Tor der Stadtfestung von Kairo trafen, so wie man es in Portugal zwei Jahre vorher in Santarém vereinbart hatte.

Pêro waere selbst gern in die Heimat zurueckgekehrt, doch hat der Tod des Herrschers in Kairo fuer alle Auslaender ein Verbot der Ausreise zur Folge gehabt, so zog Pêro vor, in Kairo zu Amt und Wuerden zu gelangen….

Durch Pêros Berichte wussten die Portugiesen genau, dass in Calicut/Kozhikode nicht die Gewuerze wuchsen, nach denen man suchte.
Dass aber Calicut der wichtigste Handelsplatz saemtlicher Gewuerze sei und das erste Ziel einer portugiesischen Eroberung sein muesste.

Vasco benoetigte allerdings in Ostafrika angekommen noch jemanden, der die Seefahrergedichte des Ahmad Ibn Majid im Kopf hatte und aufsagen konnte.
Dieser Araber gilt und galt als der Nestor der arabischen Navigation und wurde von den arabischen Seeleuten geradezu wie ein Heiliger verehrt.

Er war in dem Jahr (im heutigen Vereinte Arabische Emirate)geboren, als der chinesische Grossadmiral Zheng He waehrend seiner Weltreisen zwischen 1404 und 1433 in Ahmads Geburtsstadt Julfar (Ras Al Khaimah)anlegte.

Das geballte Wissen hatte jeder Seefahrer auf dem Indischen Ozean im Kopf weil Ahmad Ibn Majid die Genialitaet besass, sein Wissen in Poesie und Reimen zu lehren !

Und ein solcher Seemann (ob Muslime oder Inder – da streiten die Gelehrten) -und nicht etwa der Meister selber- half Vasco bei der letzten Wegstrecke direkt nach Calicut.

Dabei sah Vasco wohl das erstemal wie man einen Kamal zur Positionsbestimmung anwendet.

Was geschah als Vasco mit seiner Flotte endlich in Indien am wunderschoenen Strand von Kappad

am 23. September 1498 an Land ging ?

Nun ja, er ging vielleicht in ein Fischerhaus, um „Olá gente, como está ?“ (port.: Hallo Leute, wie geht’s) zu sagen.
Das Fischerhaus steht noch heute und eine Steintafel erinnert an jenen denkwuerdigen Moment:

Als Vasco jedoch beim Herrscher des Landes , dem Samorim, etwas weiter suedlich in Kozhikode/Calicut vorsprach und seinen Sack voller Nippes aus Portugal ausschuettete und typisch Portugiese glaubte, damit einen auslaendischen Kaufmann zu beeindrucken, kam bereits jetzt das ganze Unternehmen in bedenkliche Schieflage.
Der Samorim wollte Gold aber keinen lusitanischen Kitsch und fuehlte sich beleidigt……

Von so viel Unbill und Missgeschick eines eingebildeten Christusritters hatte wohl auch ein polnischer Jude gehoert und beschlossen, dem Vasco auf seinem Schiff Heiliger Gabriel einen Besuch abzustatten.

Ein portugiesischer Adliger kann naemlich grundsaetzlich aus Einbildung, Bequemlichkeit und Ueberheblichkeit keinerlei Sprachen !
Von Diplomatie erst recht keinen blassen Schimmer !

Vasco war ueberhaupt eher ein „Politkommissar“, ein Aufpasser, ein Vertreter von Macht und Gesetz mit seemaennsichen Vorkenntnissen zwar, aber keineswegs zu vergleichen mit einem Francis Drake, der tatsaechlich von Seefahrt etwas verstand.

Diejenigen (zahlreichen) Portugiesen, welche bewunderungswuerdige Diplomaten waren, waren entweder Juden oder ehemalige Kriegsgefangene/Geiseln/Sklaven aus den niederen Volksschichten, die im Laufe ihrer unfreiwilligen Kerkerhaft aus Sympathie mit Aufpassern und Miteinsassen die Landessprache erlernt hatten oder selbstredend: portugiesische Jesuiten.

Als da ein Typ an Bord kam, wie ein Inder gekleidet, und sagte, er kaeme aus Posen, dem huebschen Polenstaedtchen (polnisch: Poznan) und beherrsche alle Handelssprachen des Landwegs perfekt und kenne Land und Leute, da liess Vasco ihn an Bord festhalten und brachte ihn wie eine Beute nach Portugal

Der eigentliche Name dieses gefangenen Juden ist uns heute leider unbekannt.

Daheim in Portugal nahm ihn Vasco in eine Kirche und befahl, dass man ihn auf den Namen „Gaspar“ zu taufen habe.
Taufpate sei selbstverstaendlich er selber.

So kennt man ihn seither als Gaspar da Gama (aka Gaspar da Índia) und viel gaebe es noch ueber ihn zu erzaehlen……

Gaspar war die einzig wirkliche, jedenfalls die wichtigste Entdeckung von Vasco da Gama und fuer die weiteren Eroberungen Portugals in Indien und Hinterindien von unschaetzbarem Wert.
Leider kennt ihn niemand.

Jean Cocteau (1889 – 1963)

Juli 5, 2006

„Behutsam schließt man die Augen der Toten; ebenso behutsam muss man den Lebenden die Augen öffnen“ sagte Jean Cocteau in Hahn und Harlekin

Er selbst erblickte damals am 5. Juli des Jahres 1889 das Licht der Welt, welche heute noch die unsrige ist.

(Bueste von Arno Breker)

Zwei Tage vor seinem Tod fertigt er seinen Freunden Arno Breker und Pablo Picasso ein ….Andenken ?

ORPHEUS !

wollte Jean damit sagen:
Es hat nicht sein sollen ?

Die Menschheit erkennt nicht, woran Gott dachte, als Er die Welt erschuf…..

Heilige Elisabeth (Isabel) vs. Esther

Juli 4, 2006

Coimbra in Portugal heute:
Ein Fest zu Ehren der Koenigin Stª Isabel.
Dieses Fest ein heimlicher Triumpf Esthers.

Isabel von Aragón (1271 – 1336) war tatsaechlich eine „typische“ Koenigin Portugals und typisch Portugiesen, gibt es heuer wieder, alle zwei Jahre, zu ihren Ehren ein riesiges Stadtfest in Coimbra, mit Umzuegen, Prozessionen, Trubel und Gebeten.

Quelle: HEILIGENLEXIKON

Wofuer verehren die Portugiesen diese Koenigin als eine Heilige ?

Isabel war verschwendungssuechtig, verjubelte geradezu alles was sie in die Haende bekam, wie ein Karnelvalsprinz ohne Ruecksicht auf Verluste, ohne Gedanken daran, dass man Geldgeschenke nicht essen kann, ohne Vorstellung davon, dass man fuer die Gesunden (naemlich die Arbeiter) sorgen muss statt nur die Kranken zu pflegen, wenn man sie wenigstens „heilen“ wuerde, aber es galt damals wie heute: pflegen, Palliativ-Politik, schoene Worte und Gesten statt Taten und Denken.

Und die Not war gross, damals wie heute, es fehlte an Geld im Umlauf, wo man die „reichen“ Araber vertrieben hatte, erbeuteten die Heerfuehrer das Gold und ? …. schickte es zum Papst oder baute sich einen (unproduktiven !) Palast, noch ein Konvent , noch eine Kirche ….nur ans Arbeiten dachte keiner.

Es war eine gefaehrliche Zeit fuer die Juden in Portugal, als Isabel lebte, aus folgendem Grund:

Juden gaben „ihr Geld“, das Stammkapital wie wir es heutzutage nennen wuerden, nicht her, weder Koenig noch Pfaffen und schon garnicht dem „armen Volke“.

Mit ihrem Stammkapital finanzierten sie vielmehr in Portugal den Koenig, Bauer, Edelmann usw. allerdings – und darauf kommt es in einer ordentlichen Buchhaltung an: gegen Sicherheiten.

Ohne die Juden waere damals ganz Portugal verhungert oder auf die primitive Stufe von Steinzeitmenschen zurueckgekehrt -nach nur einer Generation nach arabischer Zeit mit ihren Wassergaerten, Schulen, Krankenhaeusern, mit bluehendem Wirtschfatsleben und Kultur.

Je aermer Portugal und die Portugiesen wurden, finanziell, wirtschaftlich und vorallem an Wissen und Vernunft, desto reicher erschienen ihnen die Juden, umso geheimnisvoller, fremder und feindlicher.

Bald mussten Juden eine katholische Taufe und Froemmigkeit mimem, einen christlichen Namen tragen, Schweinefleisch lagern …alles um nicht Gefahr fuer Leib und Leben zu risikieren.

So erklaert sich, dass es getaufte Juden waren „Neu-christen“, welche vehement die Heiligsprechung der Isabel, Koenigin von Portugal, forderten.
Verschwendungssucht ist das schoenste Geschenk, das man einer Bank bereiten kann – so ist das noch heute.

Aber im Laufe der Jahre in Portugal ging es um mehr als nur eine gute Geschaeftebesorgung , es ging um die Inquisition, Flucht, Zwangstaufe, Untergrund, leben und arbeiten ohne am Verfolgungswahn zu erkranken.

So erklaert sich, dass die Portugiesen heute in Coimbra eine offizielle „Heilige“, naemlich die Isabel, anbeten, aber tatsaechlich ein Fest feiern, welches zu Ehren der juedischen Esther, Vorbild fuer Anmut und Treue fuer Wahrheit, Liebe und Familie begangen wird.
Judaisme: ESTHER

Wer naehere Einzelheiten hierzu erfahren moechte, insbesondere wie widerspenstig ungern die wohlwissenden Paepste eine Heiligsprechung bearbeiteten (und die niemals stattfand) muss hier weiterlesen:
TTHE ORIGINS OF POPULAR SAINTS IN PORTUGAL

Wollen meine werten Leser auch noch die Pointe der ganzen Geschichte erfahren ?

Die Lieferanten/Ausrichter des letzten grossen Stadtfestes von Coimbra zu Ehren ihrer Heiligen Koenigin des Jahres 2004 warten noch immer, also schon zwei Jahre , auf Bezahlung ihrer Rechnungen !
Quelle: SOZIALISTISCHE JUGEND COIMBRA
Der Autor nennt es „vergonha“ eine „Schande“ und spottet:
Man wartet eben auf ein Wunder…..

Das ist das Traurige in Portugal.

Portugal ist das Land von Utopie und Schwaermerei und Menschen voller Herzensguete beseelt von verteufelt falschen Idolen.