Archive for Juni 2006

1487 Erster Buchdruck in Portugal

Juni 30, 2006

Gedanken zum ersten Buch gedruckt in Portugal, heute im Jahr 1487

Herr v. Goethe irrte:
Am Anfang steht immer das Wort !
Ohne Worte bewegen wir uns in Reflexen, aber „Taten“ brauchen Worte eines Herren.
Am Anfang moegen Reflexe gestanden haben, von Taten war derweil nichts zu sehen.
Tut mir leid, Johann.

Die Kirche hat folglich schon immer mit groesster Sorge und Sorgfalt darauf geachtet, dass ihre Schaeflein, einmal eingefangen, im Pferch ihrer Schulen gefangen blieben.
An Buecherverboten hat es nie gefehlt.
An Faelschungen entsprechend auch nicht.
So macht das Priesteramt keine (Denk-)Arbeit und das Predigen richtig Spass.
Arbeitsscheuen Misanthropen mit Gewaltpotential und Orgienhunger erschien das katholische Priesteramt -demnach vollkommen verstaendlich- als wuenschenswerter Beruf.

Ganz anders im Judentum.
Hier wird die Lehre nicht mit Gewalt sondern mit Freiheit uebertragen in den Schueler, mit Liebe statt mit Angst, und das alles macht den Gelehrten Arbeit, viel Arbeit sogar.

Juden wie ein Nikolaus Donin, gewiss helle im Kopf aber gleichwohl bequem, wurden nur allzu gerne Dominikaner und haben dann die Lehre ihrer Vaeter angegriffen. So wollten sie wohl die eigene Bequemlichkeit moralisch verbraemen.
Erinnern wir uns an die Talmudverbrennungen in Paris in den Jahren 1240, 1248, 1250, welche sein niedertraechtiges, weil egoistischen, Ansinnen verursachte.

Erinnern wir uns an Paulo Christiani, aka Fra Pablo, in Aragon, noch so ein juedischer Freund des suessen katholischen Lebens, und „seinen“ Prozess gegen den Talmud im Juli des Jahres 1263.
Hier tritt Moses ben Nachman, Nachmanides, RaMBan, ein und legt Zeugnis ab von der fehlerhaften, sowie ueberhaupt unschluessigen Anklage der Dominikaner.

Wir befinden uns in Portugal im Jahr 1487.
Was hat sich seither veraendert ?

Papst Innonzenz („Unschuldige“) VIII. (1432 – 1492) hat 1484 das Konklave bestochen und freut sich seither, wie schoen es ist, Macht ueber Leben und Tod anderer Menschen zu geniessen.
Zum besseren Jagen und Aburteilen von Andersglaeubigen und sonstigen Hexen wird die Bulle Summis desiderantes und der Hexenhammer im Jahr 1484 bzw. 1487 in Kraft gesetzt.

Was geschieht in Portugal in diesem Jahr 1487 ?
30 Jahre nach Erfindung des Buchdrucks mit Setzlettern wird in Portugal, an der Algarve in Faro in der Druckerei des Samuel Gacon das erste Buch in Portugal gedruckt.
Samuel Gacon muss ein sehr vorsichtiger Buchdrucker gewesen sein.
Weshalb sonst nennt/nannte man ihn „Samuel Porteiro“ , deutsch: „Samuel der dauernd an der Tuer steht“

Er wusste weshalb und wir koennen es ihm nachempfinden.
Drinnen in der Werkstatt liefen sicherlich heimlich die Arbeiten an einer hebraeischen Ausgabe des Pentateuch, schwarz (einfarbig), 110 Seiten zu 270 x 205 cm, in zwei Baenden:
PENTATEUCO

Quelle:
Rua da Judiaria

Die Unterweisung der eigenen Jugend war in jener feindlich gesinnten Umwelt hochnotwendig geworden.
Ebenso wichtig wie die Unterweisung war es, der Jugend solche Argumente an die Hand zu geben, die einen erfolgreichen Disput mit Katholiken moeglich machen.
Der Kommentar zum Pentateuch des weisen Mose ben Nachmann war sogleich das naechste Buch, diesmal in Lissabon gedruckt, das die Verlegerin Eliezer Toledando ebenso in hebraeischer Sprache herausgab.

Unglaublich, erst im vergangenen Jahr 2005 standen einige Ausgaben dieses Kommentars zur oeffentlichen Versteigerung an !
Quelle: PUBLICO

Und was geschah mit dem „Ersten Buch gedruckt in Portugal“ ?

In Suedportugal gab´s staendig Erdbeben…sagt man.
Und der charmante Pussybaer der aeltlichen Queen Elisabeth I. von England, jener Robert Devereux, 2ºEarl of Essex, der mit dem Suessweinmonopol, weil Madeirawein hervorragend schmeckt und seither in aller Munde ist (seit Pirat Bertrand de Montluc im Jahr 1566 die Inseln ueberfallen und liebenswerterweise seine Beute in ganz Europa verteilte, wofuer die Weinindustrie ihm noch heute dankbar ist) aber zureuck zu unserem Playboy und Piratenhelden Robert:

Staendig genoetigt, seinen zweifelhaften Ruf zu beweisen, schlug er heldenhaft die spanische Flotte in Cadiz (als joint comander)

und auf dem Heimweg schaute mal kurz in Faro vorbei.
In Faro, weil Portugal damals teil Spaniens und ein bedeutender Hafen war, wuetete er grauenvoll.

Aus der Bibliothek raubte er die wertvollsten 200 Buecher (Inkunablen).
Das Werk des Buchdruckers Samuel Gacon Porteiro nahm er auch mit.
Er gab es zuhause in England seinem Freund Thomas Bodley (Bodleian Library of Oxford)

Die Portugiesen sind dem Earl noch heute boese !
Sie haben vergessen, dass in eben dem Jahr des Ueberfalls und des Buecherraubes , also in 1566, der liebe katholische Papst Clemens VIII (1536 – 1605) den Index Librorum Prohibitorum „nachdruecklich“ nachdrucken liess !

Dem Earl sei Dank !
Es gibt es noch das Pentateuco vom 30. Juni, heute im Jahr 1487, mit Namen des Herausgebers und Ort der Buchdruckerei ordentlich im Kolophon (Impressum)vermerkt, geschuetzt in England !

Hoffentlich fuer alle Ewigkeit !

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Ein Jude, ein Papst & Leonardo da Vinci

Juni 28, 2006

Wer war der Portugiese Amadeo Mendes da Silva (1420 – 1482) ?
Geboren als Jude in Marokko, getauft in Portugal, dem Orden der Franziskaner beigetreten, wurde Amadeo ein enger Freund und Beichtvater des Papstes Sixtus IV. (1414 – 1484)in Rom.

Amadeo war der spirituelle Lehrmeister von Leonardo da Vinci bei dessen Suche nach der mathematisch aufdeckbaren Wahrheit und Hinwendung zu alttestamentarischen Erkenntissen.

Amadeo mahnte die katholische Welt vor ihrem drohenden Untergang mit seinem Buch:
Apocalypsa Nova.

Mit diesem Buch vermochte Amadeo die Kardinaele des Konzils dermassen in Angst und Schrecken zu versetzen, dass man seinen (Franziskaner-)Bruder Francesco della Rovere, obwohl er aus aermlichen Verhaeltnissen stammte und der Aussenseiter war, am 9.8.1471 zum Papst waehlte.

Amadeo war ein entschiedener Foerderer des Kultes um die Unbefleckte Empfaengnis Mariae, der Stifter der Kongregation AMADEITAS(alias: amadeitii), wen wundert’s also, dass Sixtus IV. seinem Lehrmeister und Beichtvater auch hierin gehorchte ?

Welch eine schillernde Persoenlichkeit muss dieser Amadeo Mendes da Silva wohl gewesen sein !
(auch: Amadeus Mendez da Silva, Amadio Ispano)

Amadeo entstammte einer juedischen Familie in Marokko, welche Fernhandel betrieb.
Wer im Fernhandel erfolgreich sein moechte, muss wegen Mangel an Transportkapazitaeten, wegen Erntezeiten oder Wettergezeiten staendig auf Erhalt der eingetauschten Waren warten.
Man muss also seinen Kunden Kredit geben.
Hiervon benoetigten die portugiesischen und spanischen Christenkoenige gewaltige Mengen und deshalb wohl -vermute ich- zog Amadeos Vater mitsamt Familie nach Portugal und liess seine Kinder taufen.

Amadeo wurde mit dem Orden der NOSSA SENHORA DE GUADALUPE vertraut.
Dieser Orden und eine Wallfahrtskirche wurden von Koenig (Spanien-)Afonso XI. (1312 – 1350) gestiftet als Dank fuer seinen Sieg ueber die vereinten Heere der Araber in der Schlacht am SALADO des Jahres 1340.

Obwohl er ein gewalttaetiger und untreuer Ehemann war und seine portugiesische Frau in ein Kloster gefluechtet, war ihm dennoch auf ihre Fuerbitten hin sein Schwiegervater Koenig (Portugal-)Alfonso IV., der „Tapfere“ (1291 – 1357)kostenlos (!!) zur Hilfe geeilt.

Angeblich war zu dieser Zeit ganz in der Naehe einem Kuhhirten an einer Traenke („Agua de Lupe„) seine Kuh verendet und als er bitterlich weinte und Maria anbetete, war Sie ihm erschienen und erweckte die Kuh zu neuem Leben.
Heimgekehrt fand der arme Kuhhirt jetzt seinen Sohn auf dem Totenbett und wieder geschah ein Wunder, der Sohn kam ins Leben zurueck und der Kuhhirte gelobte, Unser Heiligen Dame eine Kapelle zu errichten.

Die Marienverehrung von Guadalupe wurde daraufhin ein Inbegriff fuer Einheit und Kampf gegen den Islam.

Amadeo wollte in den Franziskanerorden.
Vermutlich sah er so eine Moeglichkeit, diesem Orden seine antisemitischen Tendenzen zu nehmen und zu einem nuetzlichen Werkzeug fuer Kreuzuege und fuer die Befreeing bzw. Schutz Jerusalems zu gestalten.
Wegen der heftigen Widerstaende vonseiten der Ordens gegen einen Neu-Katholiken gelang Amadeo seine Aufnahme erst 1451 nach massivem Einschreiten seiner portugiesischen Freunde, der Grafen von Vila Real.

Zunaechst kommt Amadeo im Jahr 1464 nach Catelleone di Cremona. Dort lernt er Francisco della Rovere kennen, dem er spaeter auf den Stuhl Petri helfen wird.

Amadeo kommt anschliessend nach Mailand.
Die dortige Fuerstin, vom vielen Kartenlesen ganz verzueckt, war von den fundierten Kenntnissen eines Franziskaners ueber Mathematik, Astronomie, Sprachen usw. gewiss verdutzt, denn diese Kenntnisse konnte damals nur ein Araber oder Jude besitzen.
Bianca Maria Visconti (1425 – 1468) schenkte Amadeo im Jahr 1466 ein Grundstueck, damit er darauf eine Kirche “ MARIA DELLA PACE“ errichten koenne:

auch das liebe Geld klingelt heftig wie geplant.
Wer eine Wallfahrt in diese Kirche unternimmt, ist auf einen Schlag alle seine Suenden los oder faehrt direkt vom Leben ins Himmelreich ein kraft articulo mortis.

1471 Amadeo gruendet die Congregation Amadeit (alias: amadeitii) mit dem Ziel die Franziskaner zu reformieren. Diese Congegration wird in Italien und Spanien 30 Haeuser besitzen und erst im Jahr 1568 aufgeloest werden.

Seine Schwester Beatriz hat inzwischen den Orden der „Konzeptionisten“ gegruendet mit dem selben Ziel: Die Verehrung der Unbefleckten Empfaengnis.

1471, im selben Jahr, wird sein Freund Francisco Papst. Ob er in allen Skandalen, wie man sagt, verwickelt war ? Glaubhaft waere es. Schluesselfigur wieder: Amadeo und seine Freundschaft zum Fuerstenhaus Mailands.

Keine Frage, ich bin ueberzeugt, dass die Betonung und Gewichtung des Marienkultus dieses Papstes eine Folge ist des Einflusses, den Amadeo als Beichtvater des Papstes auszuueben vermochte.

Auch Leonardo da Vinci hatte Buecher von Amadeo im Schrank.
Wer eine Bruecke ueber den Bosporus bauen moechte, braucht sachkundige und mitdenkende Uebersetzer, Fuersprecher, Finanziers und Partner.
Ganz abgesehen davon, dass Leonardo selbst wahrscheinlich von einer juedischen Mutter abstammte, anerkannt vom Vater, aber unehelich geboren, auf der Suche nach eigener Herkunft und ewiger Wahrheit.

Was galt Leonardo als Ziel des Menschen und seiner Kunst ?
Das Wissen um die Dinge, welche zukuenftig moeglich sein werden, gegewaertig moeglich sind, und in der Vergangenheit moeglich waren.

Man erkennt unschwer seinen Lehrmeister Amadeo und was er uns sagen wollte als er sein Buch schrieb:
APOCALYPSE NOVA

Amadeo starb in Mailand im Jahr 1482

__________

QUELLEN:
HEBREW HISTORY: Leonardo and Amadeo Mendez da Silva

Frate Francesco: AMADEITAS

I CAVALIERI DI S.MARIA DELLA PACE

Ein Jude, ein Papst & Leonardo da Vinci

Juni 28, 2006

Wer war der Portugiese Amadeo Mendes da Silva (1420 – 1482) ?
Geboren als Jude in Marokko, getauft in Portugal, dem Orden der Franziskaner beigetreten, wurde Amadeo ein enger Freund und Beichtvater des Papstes Sixtus IV. (1414 – 1484)in Rom.

Amadeo war der spirituelle Lehrmeister von Leonardo da Vinci bei dessen Suche nach der mathematisch aufdeckbaren Wahrheit und Hinwendung zu alttestamentarischen Erkenntissen.

Amadeo mahnte die katholische Welt vor ihrem drohenden Untergang mit seinem Buch:
Apocalypsa Nova.

Mit diesem Buch vermochte Amadeo die Kardinaele des Konzils dermassen in Angst und Schrecken zu versetzen, dass man seinen (Franziskaner-)Bruder Francesco della Rovere, obwohl er aus aermlichen Verhaeltnissen stammte und der Aussenseiter war, am 9.8.1471 zum Papst waehlte.

Amadeo war ein entschiedener Foerderer des Kultes um die Unbefleckte Empfaengnis Mariae, der Stifter der Kongregation AMADEITAS(alias: amadeitii), wen wundert’s also, dass Sixtus IV. seinem Lehrmeister und Beichtvater auch hierin gehorchte ?

Welch eine schillernde Persoenlichkeit muss dieser Amadeo Mendes da Silva wohl gewesen sein !
(auch: Amadeus Mendez da Silva, Amadio Ispano)

Amadeo entstammte einer juedischen Familie in Marokko, welche Fernhandel betrieb.
Wer im Fernhandel erfolgreich sein moechte, muss wegen Mangel an Transportkapazitaeten, wegen Erntezeiten oder Wettergezeiten staendig auf Erhalt der eingetauschten Waren warten.
Man muss also seinen Kunden Kredit geben.
Hiervon benoetigten die portugiesischen und spanischen Christenkoenige gewaltige Mengen und deshalb wohl -vermute ich- zog Amadeos Vater mitsamt Familie nach Portugal und liess seine Kinder taufen.

Amadeo wurde mit dem Orden der NOSSA SENHORA DE GUADALUPE vertraut.
Dieser Orden und eine Wallfahrtskirche wurden von Koenig (Spanien-)Afonso XI. (1312 – 1350) gestiftet als Dank fuer seinen Sieg ueber die vereinten Heere der Araber in der Schlacht am SALADO des Jahres 1340.

Obwohl er ein gewalttaetiger und untreuer Ehemann war und seine portugiesische Frau in ein Kloster gefluechtet, war ihm dennoch auf ihre Fuerbitten hin sein Schwiegervater Koenig (Portugal-)Alfonso IV., der „Tapfere“ (1291 – 1357)kostenlos (!!) zur Hilfe geeilt.

Angeblich war zu dieser Zeit ganz in der Naehe einem Kuhhirten an einer Traenke („Agua de Lupe„) seine Kuh verendet und als er bitterlich weinte und Maria anbetete, war Sie ihm erschienen und erweckte die Kuh zu neuem Leben.
Heimgekehrt fand der arme Kuhhirt jetzt seinen Sohn auf dem Totenbett und wieder geschah ein Wunder, der Sohn kam ins Leben zurueck und der Kuhhirte gelobte, Unser Heiligen Dame eine Kapelle zu errichten.

Die Marienverehrung von Guadalupe wurde daraufhin ein Inbegriff fuer Einheit und Kampf gegen den Islam.

Amadeo wollte in den Franziskanerorden.
Vermutlich sah er so eine Moeglichkeit, diesem Orden seine antisemitischen Tendenzen zu nehmen und zu einem nuetzlichen Werkzeug fuer Kreuzuege und fuer die Befreeing bzw. Schutz Jerusalems zu gestalten.
Wegen der heftigen Widerstaende vonseiten der Ordens gegen einen Neu-Katholiken gelang Amadeo seine Aufnahme erst 1451 nach massivem Einschreiten seiner portugiesischen Freunde, der Grafen von Vila Real.

Zunaechst kommt Amadeo im Jahr 1464 nach Catelleone di Cremona. Dort lernt er Francisco della Rovere kennen, dem er spaeter auf den Stuhl Petri helfen wird.

Amadeo kommt anschliessend nach Mailand.
Die dortige Fuerstin, vom vielen Kartenlesen ganz verzueckt, war von den fundierten Kenntnissen eines Franziskaners ueber Mathematik, Astronomie, Sprachen usw. gewiss verdutzt, denn diese Kenntnisse konnte damals nur ein Araber oder Jude besitzen.
Bianca Maria Visconti (1425 – 1468) schenkte Amadeo im Jahr 1466 ein Grundstueck, damit er darauf eine Kirche “ MARIA DELLA PACE“ errichten koenne:

auch das liebe Geld klingelt heftig wie geplant.
Wer eine Wallfahrt in diese Kirche unternimmt, ist auf einen Schlag alle seine Suenden los oder faehrt direkt vom Leben ins Himmelreich ein kraft articulo mortis.

1471 Amadeo gruendet die Congregation Amadeit (alias: amadeitii) mit dem Ziel die Franziskaner zu reformieren. Diese Congegration wird in Italien und Spanien 30 Haeuser besitzen und erst im Jahr 1568 aufgeloest werden.

Seine Schwester Beatriz hat inzwischen den Orden der „Konzeptionisten“ gegruendet mit dem selben Ziel: Die Verehrung der Unbefleckten Empfaengnis.

1471, im selben Jahr, wird sein Freund Francisco Papst. Ob er in allen Skandalen, wie man sagt, verwickelt war ? Glaubhaft waere es. Schluesselfigur wieder: Amadeo und seine Freundschaft zum Fuerstenhaus Mailands.

Keine Frage, ich bin ueberzeugt, dass die Betonung und Gewichtung des Marienkultus dieses Papstes eine Folge ist des Einflusses, den Amadeo als Beichtvater des Papstes auszuueben vermochte.

Auch Leonardo da Vinci hatte Buecher von Amadeo im Schrank.
Wer eine Bruecke ueber den Bosporus bauen moechte, braucht sachkundige und mitdenkende Uebersetzer, Fuersprecher, Finanziers und Partner.
Ganz abgesehen davon, dass Leonardo selbst wahrscheinlich von einer juedischen Mutter abstammte, anerkannt vom Vater, aber unehelich geboren, auf der Suche nach eigener Herkunft und ewiger Wahrheit.

Was galt Leonardo als Ziel des Menschen und seiner Kunst ?
Das Wissen um die Dinge, welche zukuenftig moeglich sein werden, gegewaertig moeglich sind, und in der Vergangenheit moeglich waren.

Man erkennt unschwer seinen Lehrmeister Amadeo und was er uns sagen wollte als er sein Buch schrieb:
APOCALYPSE NOVA

Amadeo starb in Mailand im Jahr 1482

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QUELLEN:
HEBREW HISTORY: Leonardo and Amadeo Mendez da Silva

Frate Francesco: AMADEITAS

I CAVALIERI DI S.MARIA DELLA PACE

Aus Rebellen werden „Portugiesen“

Juni 24, 2006

Heute, am 24.6. des Jahres 1128, hatte Portugal seinen Geburtstag oder wie der Maler Acácio Lino (1878 – 1956) die Gelegenheit nannte:

Der erste Portugiesische Nachmittag

So geschehen in São Mamede de Aldão, wenige Kilometer nordoestlich von Guimarães, als sich die vereinigten Rebellen und die rechtmaessigen Landesherren eine Ritterschlacht lieferten.

Die Rebellen durften sich Barone nennen und fuer uns heute unvorstellbar weite Gebiete „besitzen“, als Dankeschoen fuer ihre Teilnahme an Raubzuegen und Vertreibungen der Araber.
Die Kaempfe gegen Wikingereinfaelle hatten sie geeint.
Jetzt wollten sie nicht laenger Knechte ihrer galizischen Herren sein und schon garnicht ihre Laendereien herausruecken, damit Afonso Raimundes oder Teresa damit ihre Privatangelegenheiten bewerkstelligen.

Zum Glueck hatten sie den graeflichen Sohn der Grafschaft, den Afonso Henriques (1109 – 1185) seit seinem 3. Lebensjahr unter ihrer Obhut und auf ihrer Seite.
Egas Moniz (1080 – 1146) war sein bestaendiger Hauslehrer, der es vortrefflich verstand, dem kleinen halbwaisen Grafen einzureden, er sei schon ein richtiger Ritter, denn er habe sich im Alter von zwoelf Jahren in der Kathedrale zu Zamorra selber zum Ritter erhoben.
Ausserdem habe seine Mama Dona („Hoheit“) Teresa, in Galizien einen bloeden Kerl geheiratet bzw. staendig in ihrem Bett, naemlich den Fernão Peres de Trava dem sie obendrein jede Menge Land am schenken war, was die Besitzer wie Egas selber jetzt garnicht gerne sahen.

Zum Glueck hatte es dem Bischof von Braga, der Paio Mendes de Maia hiess, schon lange gestunken, dass sein Kollege in Gallizien, der Diego Gelmirez, eine eigene Machtgelueste entwickelte und Santiago de Campostela sehr erfolgreich zu einem Konkurrenz Zentrum fuer Katholiken ausbauen liess.

Zum Glueck blieben die Templer, die seit einem Jahr (seit 1127) im Land waren neutral. Afonso hatte die TemplerMalteser mit reichem Grundbesitz gekoedert bzw. erfolgreich bestochen.

Zum Glueck hatte der Papst Alexander III. seine Zustimmung signalisiert.
Er hat dann tatsaechlich am 13. April 1179 qua Bula „Manifestis Probatum“ die Unabhaengigkeit Portugals von Galizien bzw. Leon bestaetigt und den Grafen Afonso Henriques zum Koenig Afonso I. (deutsch: Alfons) erhoben .

Zum allergroessten Glueck jedoch, konnten die Rebellen mit Unterstuetzung der Juden rechnen, die auf den ehemals arabischen Gebieten das reiche Wissen ihrer selbst und der Araber bewahrt hatten.

Haette der Exilarch und spaetere Grossrabbiner von „Portugal“ Yahia Ben Yahi III. (1115 – 1185) nicht das ganze Vorhaben der rebellischen Barone unterstuetzt und finanziert, es haette wohl nie ein Portugal gegeben !
Waere Yahia Ben Yahi III. nicht Finanzminister des neugeschaffenen Portugals geworden, die weiteren Eroberungen haetten wohl niemals stattgefunden.

So wurde Portugal heute derjenige Staat Europas, der bald darauf die Grenzen hatte, die aeltesten aller anderen Laender, wie sie heute noch bestehen.

Trotz den besten Voraussetzungen, dem juedischen „Humankapital“ vermochte es Portugal allerdings niemals, sich aus den Klauen der Kirche und des Papstes zu befreien.
Die Rebellen von 1128 blieben bequeme, arbeitsscheue Feudalherren, in Symbiose mit Kirche und Priestern, das Land Portugal ein ewiger Vasall des Papstes.

Staendig pleite und am Tropf von Emigranten, der Barings Bank oder Foerdermitteln aus Europa.

Happy Birthday Portugal !!

Verfassungsgericht Englands erklaert Sklavenbesitz sittenwidrig

Juni 22, 2006

Im Land der Arawak, Jamaica, gedieh Zuckerrohr besonders gut, nur das interessierte die Einheimischen, die Taino, wenig.
Man lag lieber friedlich in seiner Haengematte und ass Grillfleisch, welches man in einem BaRaBiCu haltbar gemacht hatte.
Barbecue und Haengematte sind noch heute allseits bekannt, die Erfinder werden nirgends erwaehnt.

Traurige Beruehmtheit hat Jamaica erhalten durch den Sklavenhandel.

Ganz besonders durch jenes Kind (afrikanischer Eltern), welches im arbeitsfaehigen Alter von seinem Eigentuemer nach England gebracht worden war und dort sogar die Taufe empfing.
Der junge Mann hiess ploetzlich : James Somerset

Nur dass ihm die Arbeit bei seinem Herren, dem Charles Stewart nicht laenger gefiel.

James floh, seine Freiheit dauerte nur 56 Tage, dann sass er angekettet auf dem Schiff „Ann and Mary“ als Ware sozusagen, die der Kapitaen am Zielhafen im Auftrag bestmoeglich versteigern sollte.

Fuer Granville Sharp (1735 – 1813), bekannter Sklavenbefreier und Judenmissionar, war die Gefangennahme eines Menschen auf englischem Boden sittenwidrig.
Elisabeth Cade, John Marlow und Thomas Walkin wurden daraufhin die „Paten“ jenes ungluecklichen James und klagten vor dem King´s Bench (Obersten Verfassungsgericht) und dort sass zum Glueck ein aufgeschlossener Vorsitzender Richter, der Lord Chief Justice Mansfield (1705 – 1793)

Die Prozessakten zu SOMERSET vs. STEWART

James wird heute, am 22.6.1772, seine Ketten los und ist ein „freier Mann“.

Leider erfahren nicht wie die Lebensgeschichte von James weitergeht.

Vermutlich werden seine Nachkommen ein erwerbsloses, sinnentleertes Leben fuehren, selbst als Liftboy findet man keine Anstellung mehr, in Krankenhaeusern stirbt man an den allergischen Folgen der falschen Dosis irgendeines Medikaments (weil der Arzt die Risiken fuer Schwarze kennt aber nicht nach der „Rasse“ seiner Patienten fragen darf), oder wenn man Glueck hat gibt einem der Praesident der USA im Jahr 2005 die Sondergenehmigung der Einreise und ausschlieslichen Beschaeftigung auf einer…..ZUCKERPLANTAGE !

Die Ausschliesslichkeit der Arbeitsgenehmigung, also die Unmoeglichkeit der freien Arbeitsplatzwahl, der freien Vertragsgestaltung mit einem Arbeitgeber (ohne Tarifzwang und Einmischung Dritter), also die langersehnte Freiheit, wird es niemals geben.

Aelteste Familienbetriebe der Welt

Juni 14, 2006

Unglaublich die Japaner von Platz 1:
40. Generation

Metallhandel der Familie JB Fernandes in Portugal auf Rang 97:
Respekt !

Liste der 100 aeltesten family companies

Wie machen die das bloss ?

Der Heilige António aus Lissabon ein Taugenichts

Juni 12, 2006

Der Heilige António aus Lissabon ein Taugenichts
Grosser Jubel, Feststimmung allenthalben in Lissabon, Freudentraenen bei Braeuten und Brauteltern, heute ist Hochzeit ,ein ganz besonderer Hochzeitstag in Portugal:

Anlass zu so viel Freude ist der Tod von António, eines Portugiesen, in Padua am 13.Juni 1231 !
Er starb mit nur 36 Jahren !

Bei Katholiken ist das Sterben und Verderben schoen und Grund zum Feiern, weils danach das Himmelreich gibt.
Je frueher, so scheint es, umso besser !
Und weil er von Padua ins Himmelreich kam, heisst er der:

Antonius von Padua !!

Wer ist das Kind auf seinem Arm ?
Warum gibt António das Kind nicht seinen Eltern, zumindest seiner Familie, dorthin, wo es hin gehoert ?
Keine Fragen, keine Antworten !

Wer war dieser Heilige ?

António („der vorne steht“) hiess eigentlich: Fernando de Bulhões y Taveira de Azevedo
Vonwegen „Bulhorn“ obwohl der Lautsprecher zu ihm gepasst haette….
Sein Vater hiess: Martin de Bulhão (sprich: „Buljao“)
Seine Mutter: Teresa Taveira

Seine Vorfahren vaeterlicherseits, unter ihnen Gottfried von Bouillon, kamen aus den Niederlanden.
Als Bootsfahrer hatten Niederlaender bei der „Befreiung“ Lissabons 1147 dem Koenig Afonso gegen die Araber wertvolle Dienste erwiesen.
Ueberhaupt waren die Bouillon als Kreuzritter beflissen und taten sich durch besondere Grausamkeit hervor.

Die Araber waren also vertrieben, zumindest aus Nordportugal und Lissbon, und mit ihnen die sudanesischen Goldmuenzen aus dem Handel mit Nordafrika.
Gewerbe, Poesie, Kunstverstand, oeffentliche Schulen, Baeder, Wissenschaft alles das, es war einmal…..
Es herrschte wieder, wie nach Untergang des Roemischen Reiches aus den selben Gruenden: Deflation !
Nur an der Algarve herrschte noch die „gute alte Zeit“

(erst 1250 war auch die Algarve erobert, das sind 19 Jahre nach Antónios Tod)

Deflation ist, wenn es kein Geld im Umlauf gibt.
Ohne Geld koennen Bauern ihre verderblichen Vorraete nicht tauschen, und gehen pleite.
Ohne Verkaeufe muessen sich die Bauern verschulden, weil sie ja Maeuler zu fuettern haben und darauf hoffen, dass naechstes Jahr alles besser wird.
So verlieren bald Haus und Hof und werden „Leibeigene“.
Wie schoen waere es jetzt, wieder ein geachteter wohlhabender Sklave zu sein !

In so eine Zeit, welche der spaetroemischen Zeit eines heiligen Martin in fast allem aehnelt, wurde Fernando/António geboren.
António nannte er sich erst, als er aus seiner Chor-herren Wohngemeinschaft bei den Augustinern in die Partei der Franziskaner eintrat.

In einem schicken Gutshof, in bevorzugter Lage, heute nicht zu besichtigen in Vila Franca de Xira, weil der Bau verkommt und verfaellt, keine Schande, typisch Deflation eben, eine Ruine, typisch Nationaldenkmal in Portugal:
Bitte nach unten scrollen & auf „Imagens – ver imagem“ clicken Bitte nach unten scrollen & auf „Imagens – ver imagem“ clicken

Der Name „Bulhão“ kommt wohl aus dem franzoesichen „Bouillon“.
Nichtsdestotrotz ist kurios, dass Bulhão/Bolhão im portugiesischen „Wasserauge“ ,also Wasserquelle heisst.
Wo es Wasser gab, traf man sich taeglich ob man wollte oder nicht.
Wo man sich traf entstanden Maerkte.
(Beispiel: Der beruehmte sehenswerte Markt Bolhão in der Innenstadt von Porto)
Wo man handelt gibt´s „Streitereien“ und „Dolche“ (Messerstechereien)…alles heisst „BULHAO“ und „BULHÕES“ waeren dann jede Menge davon.
In jedem Fall:

Fuer den Besitzer des Wassers ein Quell unermesslichen Reichtums.
Schoen, wenn es Deflation gibt, in Portugal ein Dauerzustand seit Ewigkeiten, dann werden Grund& Boden, Luft&Wasser, Salz und was Menschen sonstnoch zum Leben brauchen verschuldet, versteigert, privatisiert.

Ein Schutzpatron der Liebe, der Ehe, des Verlusts, der Ernte, und so fort, kann und darf aber nicht ein Mensch sein wie jener Antonius, der Haeretiker, Katharer, Albigenser, Muslime abschlachtet, oder solche Morde gutheisst und predigt, der zwar gegen Einkerkerkerung von Schuldnern sich einen Namen macht, aber nichts unternimmt, um Arbeitsplaetze zu schaffen, zu schuetzen……

Ein Vater und Ehemann wollte er nicht werden !
Wie kann er bloss ein Heiliger sein ?

Die Portugiesen haben ihr Herz einem Taugenichts geschenkt.
Wen wunder´s, so viel unbeschreibliches Elend in Portugal zu sehen ?

SUBLIMIS DEUS vs. Menschenrechte

Juni 10, 2006

Gestern, am 9.Juni 1537,hatte Papst Paul III. (Alessandro Farnese 1468-1549) seinen unglaublichen Einfall:

Indios sind Menschen.
Als Menschen haben sie Menschenrechte.

Da hatte doch tatsaechlich jemand von den Missionaren beim Chef persoenlich mit einer Anzeige gepetzt.
Dieser Bericht, ueber die Misshandlung der Indios, haette ja garnicht an den Papst gerichtet werden duerfen.
Nur an den Koenig durften die Missionare sich in ihren Angelegenheiten richten.
Man will ja die „genuin history“ nicht gestoert sehen. Weder in Florida noch in Berlin, schon garnicht in katholischen Laendern.

Papst Paul III., der Inquisitionspapst, dem die Menschenrechte der Haeretiker und zwangsgetauften Juden so herzlich egal waren, hat sogleich Propaganda (uebrigens eine typische katholische Erfindung) gemacht, um Honig zu saugen:

Die Bulle Sublimis Deus knallhart formuliert in Kraft gesetzt !
Dann hat er clamheimlich saemtliche Strafverfolgung wieder aufgehoben: April, April !

Ist die Sklaverei abgeschafft ?
Ein Mensch mit Schulden, seien es seine eigenen oder die seines Staates, ist und bleibt (!) ein Sklave:

Denkt an die Indios !
Denkt dran wenn wieder ein Papst Benedikt XVI. verkuendet (und bloss verspricht):
„Die Freude des Glaubens und die Erziehung der neuen Generation“

Aber Herr Ratzinger, an was glauben, wenn alles um einen herum durch Zinslast unertraeglich schwer und teuer geworden ist ?
Alles heisst: das eigene Leben und Lebensglueck inklusive.

Die Verschuldung und Verarmung haben doch laengst aus Buergern hoffnungslose, traurige, und almosensuechtige Kreaturen gemacht.

Nein, das ist das opus dei nicht !!
Daran hat Er nicht gedacht, als Er die Erde schuf.

Ibn ‚Abdun. Arabische Poesie Portugals

Juni 3, 2006


Wer Portugal besuchen moechte sollte nicht immer nur an Algarve, Kirchen und verlassene Klosteranlagen denken.
Ich fuehre meine werten Leser heute nach Évora.
Als Évora, das roemische Augustus Liberalitas, etwa 5 Jahrhunderte arabisch war.

Kennen Sie die Gedichte des Ibn ‚Abdun , Sohn dieser Stadt im XI. Jahrhundert ?

Ich habe eines versucht zu uebersetzen:

Oh, welch unvergessliche Nacht
war Umarmung geworden
hatte uns alle verwoben
bis der Finsternis Ruecken sich bog
war alt geworden erblichen
ist hinfort gegangen.
Die Morgenbrise hat mit feinem Schleier
Dir die Schultern benetzt, oh Nacht,
mit der Zaertlichkeit des Tau.

Uebersetzt aus dem Portugiesischen, Veroeffentlichung von Adalberto Alves „O meu coração é arabe“ (Mein Herz ist arabisch) Verlag Assírio & Alvim , Lissabon 1998

So wird wie man oben sieht wird es Nacht in Évora und Portugal
(betrachtet aus 958km Hoehe, aufgenommen heute um 21.35 Uhr Ortszeit in Portugal)

wer sehen moechte ob uns in Portugal augenblicklich in diesem Moment die Sonne lichtumflutet oder die Dunkelheit umnachtet muss hier sehen:
Blick von einem Sateliten auf Portugal

Ibn ‚Abdun hat auch einmal gesagt:

Fuer den alten Gnom ist die Poesie ein Sack, worin er alle seine Unzulaenglichkeiten ansammelt-
Fuer den jungen Menschen ist die Posie ein Pokal, woraus er seine Faehigkeiten zu einem erwachsenen Menschen aufsaugt.

Welche Poesie lehren wir unseren Kindern ?
Oh Shrek !!!

Rabbi Saul Levi Mortera vs. Neues Testament

Juni 2, 2006

Eine besonders perfide Verlockung der Inquisitoren in Portugal war, den juedischen Soehnen als Dankeschoen fuer ihre Taufe einen Teil ihres kuenftigen Erbanspruchs gegen Ihre Vaeter und Familienmitglieder schon zu deren Lebenzeiten zuzugestehen und einklagbar zu machen.

Aus solchen und anderen Beweggruenden hatte die Inquisition willfaehrige Helfershelfer rekrutiert, die nicht nur als Spione, Anklaeger und Zeugen ihr Unwesen trieben, sondern auch den juedischen Soehnen und Toechtern versuchten,mit religioesen Antworten Sand in die Augen zu streuen.
(Aus dieser Erfahrung heraus ist auch zu verstehen, dass Rabbi Mortera ueber seinen Schueler Spinoza entsetzt war, als dieser begann, das von ihm Erlernte gegen die eigenen juedischen Gesetzte anzuwenden.)

Die Unterweisung der sefardischen Jugend aus Portugal in Amsterdam, nicht etwa die Missionierung allzu halsstarriger Calvinisten weg vom Neuen Testament- so eine Missionierung erscheint mir unschluessig- liess kurz vor seinem Tod Saul Levi Mortera hoechstselbst zur Feder greifen und in ihm fremder portugiesischer Sprache schreiben.

Lesen wir:
(es geht um die offensichtlich klar einleuchtende Wahrheit des Glaubens und der Kirche..)

„Ich weiss nicht was das fuer eine Klarheit ist, wo doch alles im Dunkeln liegt.
Und wenn etwas ans Tageslicht kommt, dann lernt man kennen wie sie wirklich sind, so wie es jener heiligen Nonne aus Lissabon erging, die alle Welt ueber sich selbst und ihre Wunder beschwindelte, dass sogar Philipp II ihr auftrug, die Koenigliche Standarte der Flotte zu segnen bevor sie gegen England auslief, und am Erfolg zeigte sich ihre Heiligkeit.
[Anm.: Die Flotte verpasste saemtliche gluecklichen Chancen und wurde schliesslich von den Englaendern besiegt]
Klosterbruder Luis Granada schrieb ein Buch ueber sein Leben und seine Wunder und er starb an der Strafe, als seine Taeuschungen zu Ende gingen und der Inquisition bekannt wurden.
Soeben ist Nonne Careão von der Inquisition gefangen genommen worden, die einmal den Koenig Spaniens besuchte wegen ihrer beruehmten Wunder.
Falls diese beiden oder jemand Ihresgleichen gestorben waeren noch vor den Untersuchungen, haette man sie zu Heiligen erklaert mit Gotteshaeusern und Altaeren, obwohl sie eigntlich gottlos waren.
Das gleiche laesst sich sagen ueber alle, die ein Leben lang bis in den Tod an sie glauben.
Und weil es sich um Wunder handelt, lassen sich dicke Buecher schreiben ueber solcherlei Betruegereien.
Man sehe nur, was die Reformierten hierueber schreiben, welche schon mal katholisch waren und Heilige hatten und Wunder und als sie sich trennten, entdeckten sie selber was alles war.
Wie heisst es doch so schoen im Refrain:

LIEGEN SICH DIE PATENTANTEN IN DEN HAAREN –
KOMMEN DIE WAHRHEITEN ZUM VORSCHEIN

(Anm.: Hervorhebung durch mich)

Ich danke Herman P. Salomon fuer seine Veroeffentlichungen:
Saul Levi Mortera OPUS MAGNUM
Rabbi Mortera ON CHARLATANS

Der Aberglauben sitzt den Portugiesen noch heute wie eine Realitaet im Nacken und wird leibhaftig gefuehlt und erlebt.
Wehe dem, der solche Hirngespinste anzugreifen versucht !

Lieber schuftet das Volk und laeuft sich die Fuesse wund.
Wer einmal in Fatima war ist fassungslos.
Daran laesst sich noch heute der Schrecken abmessen, den einst die Inquisition der Volksseele verpasste, geradezu einpflanzte !

Und der (Titular-)Patriarch Lissabons wacht mit finsterer Mine….