Archive for Mai 2006

Englaender heiratet Portugiesin (1662)

Mai 31, 2006

Heute, am 31. Mai 1662 – oder war es bereits am 22. Mai- [egal darauf kommt es auch nicht an !] heiratet Superman Charles II. die kleine Catarina v. Bragança, die katholische Prinzessin, zeitlebens auf den Heiratsmaerkten der europaeischen Koenigshaeuser vergeblich feilgeboten, frisch aus einem Kloster kommend, welches sie zeitlebens etwa bloss ein Dutzend mal verlassen hatte, ohne Sprachkenntnisse, ohne Lebenserfahrung, ohne alles, aber mit einer gehoerigen schier unglaublichen Mitgift:

Bombay !
Tanger !
Brasiliens Haefen !
Fernhandel in Asien ausser Zugang nach Macao

und 2 Millionen Goldkreuzer (cruzados) als Beigabe !

(Catarina/Catherine haette es verdient hier vom englischen Hofmaler Peter Lely gemalt zu erscheinen: Aber das kulturschaedliche „Copyright“ verbietet es mir !!)

Das waren langwierige Verhandlungen !
Vermutlich war die Heirat eine Idee des sefardischen Portugiesen in London, Augustin Coronel, der dafuer Sorge trug, dass die Intrigen der Spanier nicht Erfolg hatten und auch der Papst kein Woertchen mitzureden hatte, etwa wegen Heirat eines seiner Schaefchen mit einem Anglikaner -er hatte vorsorglich die neuerrungene Unabhaengigkeit Portugals von Spanien (seit 1640) noch nimmer nicht anerkannt- :

es wurde einfach auf englischem Boden (Kirchenrecht ist Bodenrecht) geheiratet, brav zuerst nach katholischem und dann nach anglikanischem Ritus.

Catarina dankte ihrem Fuersprecher mit einem Adelstitel.

Dass ihre Hochzeit mit Charles II. mit dem aeltesten Verbuendeten Portugals aus ihrem Land einen Vasallen Englands und aus ihrem Weltreich ein Armenhaus und aus dem Armenhaus England ein Weltreich machen wuerde, konnte sie nicht ahnen….

Im Gefolge von 20 Schiffen unter Kommando von Captain Sandwich war sie am 25. Mai in Portsmouth eingetroffen.
Bei dem Governeur dieser Garnisonsstadt bezog sie Quartier im ehemaligen God´s House, 1212 als Hospiz erbaut fuer Pilger auf der Durchreise nahe dem Hafen, mit eigener Kapelle (heute Royal Garrison Church)

Hier fand heute (oder am 23. Mai) die Hochzeit statt:
Quelle (Luftbildaufnahme)

Alle, die sich schon immer gewundert haben, wie es zu Zeiten des Wirtschaftswunders sein konnte, dass ein Gastarbeiter aus Portugal trotz seiner Jugend und Maennlichkeit seiner daheimgebliebenen, wegen seines Fernseins schwarzgekleideten, jugendlichen Braut und Frau ueber viele Jahre hindurch treu blieb… das sieht man bei Charles II., wie er erst spaet -dafuer aber heftig- seine Hochachtung vor der Liebe seiner Frau entdeckte.

Die Liebe einer Portugiesin ist unvergleichlich.
Typisch Portugiesin war Catarina ganz und garnicht Intellektuelle dafuer treues Weib mit schier unwahrscheinlicher Duldsamkeit Herzschmerzen zu ertragen bei ruehrender Hingabe in den Glauben an allemoeglichen Heiligen und die Unverletzlichkeit ihres angetrauten Ehemannes.

Man stelle sich vor:
Sie hatte nach langer Seefahrt Husten und sollte ein Ale trinken……
Sie verlangte einen Tee !
Seither trinken Englaender Tee !

Die Portugiesen hatten Olivenoel und Kartoffeln….
Seither essen Englaender fried fish & chips !

Die Portugiesen hatten Zuckerpressen („engenho“)….
Was so aehnlich aussieht und sich bewegen laesst nennen die Englaender seither „engine“ !

Die Portugiesen hatten Quitten („marmelos“) Orangen und Zucker….
Seither schmierten sich englische Seeleute dieses Zeug auf das Brot, um nicht an Skorbut zu erkranken, um Seemacht zu werden !
(„Portukali“ heisst „Orangensaft“ in vielen Sprachen Osteuropas)

Wie singt man seither in England frohlockend ?
Sugar and Spice and All Things Nice !

Armes Portugal.
Du hattest alles:
Humankapital, Gold, Pfeffer, Zucker, eine Weltreich und Herzensguete….
England hat Dir viel, sehr viel zu danken !

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Der Eid des Arztes Amato Lusitano (1511 – 1568)

Mai 30, 2006
Welch ein grossartiger Mensch muss dieser Arzt und Botaniker gewesen sein !
Er behandelte den Papst und Huren ohne Unterschied oder Ansehen der Person.

Geboren in Portugal in Castelo Branco im Jahr 1511 mit dem Tarnnamen „João Rodrigues“ spaeter genannt Amato Lusitano.

Meine geschaetzten Leser werden aus meinen vorherigen Eintragungen wissen, dass fuer Juden das Leben seit 1497 in Portugal besonders gefaehrlich war, unertraeglich seit 1534 durch die koeniglich als Verwaltungsmassnahme (nicht nur kirchlich als innerkirchliche Angelegenheit) angeordnete Inquisition.

Als erwartungsgemaess die Inquisition in den Koepfen der armseligen Portugiesen geschwuerartig Hass, Neid und blinde Zerstoerungswut freizusetzen begann, da war Amato Lusitano schon seit 2 Jahren in Antwerpen in Sicherheit.

Als 14 jaehriger hatte er einst in Salamanka begonnen, Medizin zu studieren. Statt ein lustiges Studentenleben zu fuehren lernte er nebenher Sprachen: Latein, Griechisch, Hebraeisch, Deutsch, besuchte Vorlesungen in Philosophie, Naturwissenschaften und Kunst.

Er war dann mit 18 Jahren als Arzt zurueckgekommen in seine portugiesische Heimat, wo er das Land bereiste, um als Arzt zu helfen, den Ackerbau und Lebensmittelhygiene wissenschaftlich zu untersuchen, sogar um den Anbau neuer Pflanzen aus den Kolonien zu studieren.

Zwei Jahre vor Beginn der Inquisition floh Amato Lusitano rechtzeitig aus Portugal nach Antwerpen.

Damit sich meine Leser ein Bild von seinem Charakter machen koennen, moechte ich seinen Eid, den Juramento, nach besten Wissen und Gewissen uebersetzt, zum Lesen und Bedenken empfehlen:

Der Eid des Amato Lusitano

Ich schwoere vor dem ewigen Gott und bei den zehn allerheiligsten Geboten, welche auf dem Berg Sinai dem Volke Hebrew gegeben wurden durch die Vermittlung des Moses nach der Aegyptischen Gefangenschaft, dass in meiner Klinik ich mir nichts mehr am Herzen hielt als dafuer zu sorgen, dass der Glaube in allen Dingen erhalten bleibt und der Nachwelt zur Kenntnis gelangt; und dafuer habe ich nichts vorgetaeuscht, hinzugefuegt oder veraendert im Interesse meiner Ehre oder was nicht zum Wohle der Sterblichen geraten waere, weder mit Schmeicheleien noch mit uebler Nachrede auch war ich nicht nachsichtig gegenueber anderen auch nicht aus Gruenden persoenlicher Freundschaft; vielmehr habe in allem die Wahrheit gefoerdert; wenn ich meinen Eid breche, moege die Rache des Herren und seines Dieners Raphael auf mich stuerzen und niemand soll weiter Vertrauen in meine Ausuebung der Heilkunst legen; was die Ehrbezichtigungen betrifft, die man fuer gewoehnlich Aerzten zuteil werden laesst, auch hier bin ich stets bescheiden gewesen, in Verguetungsfragen habe ich viele Leute behandelt mit maessiger Entlohnung und manch andere kostenfrei; oftmals habe ich es abgelehnt, beharrlich, grosszuegige Bezahlung anzunehmen, wobei ich stets viel mehr im Blick hatte, dass durch meinen Eingriff die Patienten die Gesundheit wiedererlangen, als dass ich reicher wuerde durch ihre Freizuegigkeit oder durch ihr Geldgeschenk.Um die Kranken zu behandeln wollte ich niemals herausfinden, ob es Hebraeer waren, Christen oder Juenger des mohamedanischen Gesetzes; nie lief ich Ehren und Ruhm hinterher, mit eben derselben Fuersorge behandelte ich die Armen und in Adel geborenen, nie habe ich eine Krankheit verursacht, in meinen Prognosen sagte ich stets, was ich ich meinte; habe auch niemals einen Apotheker mehr als einen anderen beguenstigt, es sei denn ich hatte erkannt, dass in machem mehr Fachwissen und mehr Herzensguete lag, so habe ich diesem mehr vor allen anderen den Vorzug gegeben. Bei meinen Verschreibungen habe ich stets die finanziellen Moeglichkeiten des Kranken bedacht, habe die verschriebenen Medikamente entsprechend angepasst; ich habe niemals das Arztgeheimnis gebrochen, nie habe ich jemandem Gift verabreicht, durch meine Mitwirkung gab es nie eine Abtreibung, bei meinen Untersuchungen oder Visiten bei Frauen kam es niemals auch nur zu der geringsten Unsittlichkeit; kurzum, niemals tat ich eine Handlung, deren sich ein geschaetzter und namhafter Arzt schaemen muesste.Stets hatte ich vor Augen, als nachahmenswertes Vorbild, die Beispiele des Hippokrates und des Galen, dieser Vaeter der Medizin, ohne dass ich die hervorragenden Arbeiten irgendeines anderen Meisters der Medizinkunst vernachlaessigt haette; ich bin stets sorgfaeltig gewesen in meinem Bemuehen derart, dass keine Ablenkung oder Umstand, egal wie dringend er war, mich von der Lektuere dieser guten Autoren abgelenkt haette; weder der erlittene Schaden durch Partikularinteressen, kein Seereise, keine meiner haeufigen Wegstrecken ueber Land, schliesslich auch nicht das Exil selbst, haben meine Seele getruebt, ganz wie es eines Gelehrten ziemt; die Schueler, welche ich bis heute in grosser Zahl hatte und anstelle eigener Soehne erzog, stets habe ich sie aufrichtig unterwiesen, damit sie ein Beispiel naehmen an der Vortrefflichkeit; die Buecher ueber die Heilkunde habe ich nie in anderer Absicht veroeffentlicht, als damit der Gesundheit der Menschheit einen irgendwie moeglichen Beitrag zu geben.Ob ich (dieses mein Ziel) erreicht habe, ueberlasse ich anderen zu urteilen und zu beantworten, in der Gewissheit, dass dies stets meine Absicht war und das hoechste meiner Wuensche.
(So geschehen in Salonika im Jahr der Welt 5319)

Amato Lusitano verstarb in Salonika, welches damals, und zwar seit 1430, Teil des ottomanischen Reiches war und wo ein guetiger und weiser Sultan vielen sefardischen Fluechtlingen eine neue Heimstaette gewaehrt und sich diese Stadt in ein bluehendes Handelszentrum verwandelt hatte, 9 Jahre spaeter an der Pest (bzw. einer Seuche) im Jahr 1568.

Seine Leistungen in der galenischen Medizin und der Urologie waren besonders wertvoll.

Nachtrag:
Jeder kennt Schwester Theresa….
Alle Portugiesen pilgern nach Fatima….

Keiner interessiert sich wer Amato Lusitano war und wovon er sprach, woran er dachte, fuer welches Ideal er warb, fuer wen er letztlich im Alter von nur 49 Jahren starb !

Sehen Sie, meine werten Leser, das ist der Frevel unserer Zeit !

Quelle: Universidade da Beira Interior „HISTÓRIA DE MEDICINA“

Albert Adler & Portugal & Juden

Mai 28, 2006

Alfred Adler, der heute im Jahr 1937 in Aberdeen/Schottland verstarb, hat es uns lehren wollen:

MinderwertigkeitsGEFUEHL ist keine Schande sondern gesund.
MinderwertigkeitsKOMPLEX ist fatal, eine Katastrophe fuer Denken, Fuehlen und Handeln.

Was lehrt mich Alfred Adler?

1. Es gibt viele Bereiche, in welchen ich mit meinen Beschraenkungen dennoch erfolgreich und gluecklich werden kann.
2. Ich muss meine Traegheit, mein Gefuehl, ueberwinden.
3. Ich muss mir Vorbilder und Lehrmeister suchen, die meinem Geist, meiner Art, meinem Vermoegen entsprechen und mich leiten.
4. Ich muss voran machen….

Nirgends kann man unverfaelscht und urtuemlich dieses Thema, das uns Alfred Adler ans Herz legen moechte, besser studieren als in Portugal.

Das Thema koennte folgendermassen lauten:
Portugal, die Inquisition, Minderwertigkeitskomplex und die Katastrophe fuer Juden, Araber, Calvinisten und andere denkende, forschende und handelnde Menschen in Portugal und in den portugiesischen Kolonien insbesondere in Brasilien.

Welches Motiv, welches Weltbild haben Kirchenleute taeglich einem ungeschuetzten Portugiesen Jahrhunderte lang eingeblaeut nachdem die Araber und ihre Kultur, Forschung und Geldwirtschaft vorueber waren ?

Mea culpa , mea maxima culpa….
Herr, ich bin nicht wuerdig…..

ohne Reformation, ohne Heidelberger Katechismus, ohne Widerspruch oder Alternative (Haeresie).

Ergebnis (heute ist der Jahrestag):
Am 28. Mai 1926 wird in Portugal als ein Akt der Verzweiflung wegen des faktischen Staatsbankrotts und ewiger eitler Streitigkeiten der Politiker die I. Diktatur errichtet.

João Gonçalves schreibt: „Sempre entre fracasso e a promessa“deutsch: „Wie immer zwischen Zusammenbruch und Versprechungen“

João tituliert seinen Blog Portugal dos Pequeninos
was heisst: „Portugal der Winzlinge“.

João hat damit die allgemeine Stimmung in den Herzen seiner Landsleute vortrefflich erkannt und auch die allgemeine Lage der Portugiesen -seit Beginn der Inquisition bis heute- kann man besser nicht beschreiben !

Wie hat es dazu kommen koennen ?
Portugal war doch einst mit Spanien das groesste Weltreich !?

Man muss sich jetzt mal die Situation vorstellen:
Ein feudalistischer Adel thront auf Schloessern und geniesst ein sorgenfreies Leben, als sei das Leben ein Schlaraffenland.
Das Volk darbt, lebt ohne Bildung, von der Hand in den Mund.
Aber taeglich getroestet mit neuen Illusionen, mit neuen Versprechungen von Adel und Kanzel !

Zum Glueck,muss man sagen, leben in Portugal seit altersher Juden, die gerne studieren und seit Maimonides auch verstaerkt Fragen nach Vernunft und Logik stellen, nach Ursache und Wirkung von Tun und Nichtstun.

Kaum hatten die Portugiesen das „Land des Heiligen Kreuzes“ (Brasilien) entdeckt stoerte es ihren Groessenwahn (der allerdings verstaendlich ist) dass sowohl Schiffsbau, Navigation, Kapitaene, Dolmetscher, Handelskaufleute allesamt Juden waren.

Obwohl Manuel I. den Wert von juedischen Menschen schaetzte, begann unter seiner Herrschaft die Jagd und Vertreibung von Juden.
Zu gross war sein Wunsch, eine spanische Prinzessin zu heiraten und Spanien zu besitzen…….

Und Auflage war, Juden zwangszutaufen oder zu verjagen.

Weil aber Juden die Minen in Fundão (Zinn und Blei) leiteten, den Geldverkehr ueberwachten (haeufig gab es bloss „Rechengeld“, Méreau Jetons, in Umlauf) und auch moderne Ackerwirtschaft betrieben, mit der neuen Pflanze Mais und arabischem Zuckerrohr fehlten dem Land bald die Fuehrungskraefte.

Wer nicht nach Amsterdam geflohen war, ins ottomanische Weltreich, oder nach London war als Zuckeranpflanzer und Zuckerpresser („Zucker“ = ind.“Zermalmtes“ ) nach Brasilien ausgewandert.

Als das den Adligen auffiel, wenige Jahre spaeter, wurde den Juden in Portugal, die jetzt getauft waren und in Heimlichkeit studierten und ihre Intelligenz nicht verloren hatten, und die bisher nicht geflohen waren, die Ausreise ausdruecklich verboten !!

In Brasilien wurde gewirtschaftet wie daheim:
Man muss nur Buecher und Protest verbieten, Werkstaetten, Eselszucht etc., und nur viele neue Kirchen bauen, und schon bleibt alles wie bisher.
Gottes Dank schenkt einem Adligen (Landpaechter) dann den getraeumten Reichtum, Macht und gewuenschten Frieden.

Welch eine Hoffnung und welch eine wunderbare Zeit schien den juedischen Zuckerfabrikanten gekommen, die von den Landpaechtern nur behindert und geschroepft wurden, als die calvinistischen Hollaender mit Soeldnern und sefardischen Landsleuten nach Nordbrasilien kamen.

Zuerst bekamen die Eingborenen und Sklaven einen Namen:
sie hiessen fortan „Brasilianer“.

Toleranz, Naturforschung mit namhaften Kuenstlern und Wissenschaftlern, Soll und Haben auf Produktion geguendet aber nicht auf Illusion, Schoenreden, Beten und Versprechungen, das waren die Geheimnisse des Wirtschaftswunders, das sich ploetzlich in Brasilien entfaltete.

Waere Brasilien von weitsichtigen Menschen wie von dem deutschen Johann Moritz von Nassau-Siegen mit den juedisch-portugiesischen Haendlern (aus Antwerpen) und den juedisch-portugiesischen Zuckerfabrikanten (aus Portugal von der Insel Madeira) in die Zukunft gefuehrt worden, wer weiss, vielleicht waere Brasilien heute ein Weltreich wie die USA.

Was ist den Portugiesen geblieben ?
Armut, Traum und Illusionen.
Der Fado.
Es war einmal….

Aus einem allzu menschlichen Minderwertigkeitsgefuehl, das jeder hat, ist in der portugiesischen Seele ein bestaendiger Komplex geworden.

Man muesste der Jugend viel von Albert Adler erzaehlen und zum Auswendiglernen vorschreiben !

Albert Adler & Portugal & Juden

Mai 28, 2006

Alfred Adler, der heute im Jahr 1937 in Aberdeen/Schottland verstarb, hat es uns lehren wollen:

MinderwertigkeitsGEFUEHL ist keine Schande sondern gesund.
MinderwertigkeitsKOMPLEX ist fatal, eine Katastrophe fuer Denken, Fuehlen und Handeln.

Was lehrt mich Alfred Adler?

1. Es gibt viele Bereiche, in welchen ich mit meinen Beschraenkungen dennoch erfolgreich und gluecklich werden kann.
2. Ich muss meine Traegheit, mein Gefuehl, ueberwinden.
3. Ich muss mir Vorbilder und Lehrmeister suchen, die meinem Geist, meiner Art, meinem Vermoegen entsprechen und mich leiten.
4. Ich muss voran machen….

Nirgends kann man unverfaelscht und urtuemlich dieses Thema, das uns Alfred Adler ans Herz legen moechte, besser studieren als in Portugal.

Das Thema koennte folgendermassen lauten:
Portugal, die Inquisition, Minderwertigkeitskomplex und die Katastrophe fuer Juden, Araber, Calvinisten und andere denkende, forschende und handelnde Menschen in Portugal und in den portugiesischen Kolonien insbesondere in Brasilien.

Welches Motiv, welches Weltbild haben Kirchenleute taeglich einem ungeschuetzten Portugiesen Jahrhunderte lang eingeblaeut nachdem die Araber und ihre Kultur, Forschung und Geldwirtschaft vorueber waren ?

Mea culpa , mea maxima culpa….
Herr, ich bin nicht wuerdig…..

ohne Reformation, ohne Heidelberger Katechismus, ohne Widerspruch oder Alternative (Haeresie).

Ergebnis (heute ist der Jahrestag):
Am 28. Mai 1926 wird in Portugal als ein Akt der Verzweiflung wegen des faktischen Staatsbankrotts und ewiger eitler Streitigkeiten der Politiker die I. Diktatur errichtet.

João Gonçalves schreibt: „Sempre entre fracasso e a promessa“deutsch: „Wie immer zwischen Zusammenbruch und Versprechungen“

João tituliert seinen Blog Portugal dos Pequeninos
was heisst: „Portugal der Winzlinge“.

João hat damit die allgemeine Stimmung in den Herzen seiner Landsleute vortrefflich erkannt und auch die allgemeine Lage der Portugiesen -seit Beginn der Inquisition bis heute- kann man besser nicht beschreiben !

Wie hat es dazu kommen koennen ?
Portugal war doch einst mit Spanien das groesste Weltreich !?

Man muss sich jetzt mal die Situation vorstellen:
Ein feudalistischer Adel thront auf Schloessern und geniesst ein sorgenfreies Leben, als sei das Leben ein Schlaraffenland.
Das Volk darbt, lebt ohne Bildung, von der Hand in den Mund.
Aber taeglich getroestet mit neuen Illusionen, mit neuen Versprechungen von Adel und Kanzel !

Zum Glueck,muss man sagen, leben in Portugal seit altersher Juden, die gerne studieren und seit Maimonides auch verstaerkt Fragen nach Vernunft und Logik stellen, nach Ursache und Wirkung von Tun und Nichtstun.

Kaum hatten die Portugiesen das „Land des Heiligen Kreuzes“ (Brasilien) entdeckt stoerte es ihren Groessenwahn (der allerdings verstaendlich ist) dass sowohl Schiffsbau, Navigation, Kapitaene, Dolmetscher, Handelskaufleute allesamt Juden waren.

Obwohl Manuel I. den Wert von juedischen Menschen schaetzte, begann unter seiner Herrschaft die Jagd und Vertreibung von Juden.
Zu gross war sein Wunsch, eine spanische Prinzessin zu heiraten und Spanien zu besitzen…….

Und Auflage war, Juden zwangszutaufen oder zu verjagen.

Weil aber Juden die Minen in Fundão (Zinn und Blei) leiteten, den Geldverkehr ueberwachten (haeufig gab es bloss „Rechengeld“, Méreau Jetons, in Umlauf) und auch moderne Ackerwirtschaft betrieben, mit der neuen Pflanze Mais und arabischem Zuckerrohr fehlten dem Land bald die Fuehrungskraefte.

Wer nicht nach Amsterdam geflohen war, ins ottomanische Weltreich, oder nach London war als Zuckeranpflanzer und Zuckerpresser („Zucker“ = ind.“Zermalmtes“ ) nach Brasilien ausgewandert.

Als das den Adligen auffiel, wenige Jahre spaeter, wurde den Juden in Portugal, die jetzt getauft waren und in Heimlichkeit studierten und ihre Intelligenz nicht verloren hatten, und die bisher nicht geflohen waren, die Ausreise ausdruecklich verboten !!

In Brasilien wurde gewirtschaftet wie daheim:
Man muss nur Buecher und Protest verbieten, Werkstaetten, Eselszucht etc., und nur viele neue Kirchen bauen, und schon bleibt alles wie bisher.
Gottes Dank schenkt einem Adligen (Landpaechter) dann den getraeumten Reichtum, Macht und gewuenschten Frieden.

Welch eine Hoffnung und welch eine wunderbare Zeit schien den juedischen Zuckerfabrikanten gekommen, die von den Landpaechtern nur behindert und geschroepft wurden, als die calvinistischen Hollaender mit Soeldnern und sefardischen Landsleuten nach Nordbrasilien kamen.

Zuerst bekamen die Eingborenen und Sklaven einen Namen:
sie hiessen fortan „Brasilianer“.

Toleranz, Naturforschung mit namhaften Kuenstlern und Wissenschaftlern, Soll und Haben auf Produktion geguendet aber nicht auf Illusion, Schoenreden, Beten und Versprechungen, das waren die Geheimnisse des Wirtschaftswunders, das sich ploetzlich in Brasilien entfaltete.

Waere Brasilien von weitsichtigen Menschen wie von dem deutschen Johann Moritz von Nassau-Siegen mit den juedisch-portugiesischen Haendlern (aus Antwerpen) und den juedisch-portugiesischen Zuckerfabrikanten (aus Portugal von der Insel Madeira) in die Zukunft gefuehrt worden, wer weiss, vielleicht waere Brasilien heute ein Weltreich wie die USA.

Was ist den Portugiesen geblieben ?
Armut, Traum und Illusionen.
Der Fado.
Es war einmal….

Aus einem allzu menschlichen Minderwertigkeitsgefuehl, das jeder hat, ist in der portugiesischen Seele ein bestaendiger Komplex geworden.

Man muesste der Jugend viel von Albert Adler erzaehlen und zum Auswendiglernen vorschreiben !

VISION SCIENCE vs. Rassismus

Mai 28, 2006

Wie leicht es ist, unser Erkenntnisvermoegen als ungenau vorzufuehren sehen wir hier:
ILLUSIONs and DEMOs

Es kommt also darauf an, dass wir den Hintergrund kennen !

Wer Menschen betrachtet, insbesondere wenn man im Ausland lebt, kommt irgendwann auch zu der Erkenntnis, dass es wohl an den Hintergruenden liegt, an Klima, Religion, Bodenkultur usw. , weshalb das Denken, Fuehlen und Handeln oft diagonal von dem eigenen sich augenscheinlich (!) unterscheidet.

Von den unerfahrenen Daheimgebliebenen werden alle Versuche, dem Menschen selbst gerecht zu werden, mit dem Vorwurf des „Rassismus“ vereitelt.

Da die daheimgebliebenen Stubenhocker ihre eigenen Hintergruende nicht kennen (wollen) fordern sie, alles und jedermann unter die eigene Vorstellung:

Europaeische Union, Waehrungsunion, Gewerkschaftsunion, Vereinheitlichung von Standards jeglicher Art , usw.

Vielfalt und Konkurrenz gehen verloren.

Wer anders sein will, wird mit Rasterfandung und Inquisitionsgerichten (die Anklaeger bleiben geheim) ueberprueft, gejagt und umerzogen.

Die Welt wird aber nur gerechter, wenn wir auch die Hintergruende studieren und kennen.

Einigkeit statt Einheit

23. Mai 1536 Beginn der Vernichtung Portugals

Mai 24, 2006

Seine Froemmigkeit war von Dominikanern angeheizt und gluehte heiss.
Seine Mutter war Tochter des spanische Koenigpaares Ferdinand und Isabel, welche zwar juedischen Kredit nahmen (um Krieg zu fuehren und Amerika zu entdecken), aber nur ganze 3 Wochen spaeter (nach Geldempfang !!) die Juden verfolgen und verjagen liessen.

Seine „religioese“ Politik wurde von dem stets faulen und bequemen Adel in Portugal begruesst und gelobt.

Er hat den Papst Paul III. schliesslich sogar persoenlich darum gebeten:
Am 23. Mai 1536 wurde in Portugal auf besonderen Wunsch von Koenig João III. (1502 – 1557) die Inquisition eingefuehrt.

Der portugiesische Adel hatte die staendige Quengelei des Volkes endgueltig satt.
(Die „Sklaverei“ der Roemer oder Araber im Vergleich zu katholischem Feudalismus mit seiner „Leibeigenschaft“ war fuer Portugiesen inzwischen ein wuenschenswerter Zustand !)

Waehrend die Herren in Lissabon durch den Fernhandel mit fremden Voelkern immer reicher wurden, blutete das Volk,verlor seine Soehne, Brueder auf dem Meer, verfiel auf steinzeitliche Lebensformen.

Humanismus, Eigenverantwortung, Denken und Handeln, diese Vorzuege juedischen Geistes, sollten ein fuer alle mal aus Portugal verschwinden.

Dieser Tag heute vor 470 Jahren hat noch heute deutlich sichtbare Spuren:

Der Portugiese ist nicht imstande, ein theoretisches Ziel selbststaendig zu ermitteln und anzusteuern.
Ohne „Befehle“ bewegt ein Portugiese nichts.

Ein „Unternehmer“ in Portugal denkt ueberhaupt nicht daran, irgendetwas zu erfinden und eigentlich „unternimmt“ er gar nichts.

Ein Portugiese wartet auf Kunden, die kommen und alle Rohmaterialien bestimmen, die Produktion ueberwachen, die Produkte sofort bei Uebergabe bezahlen und auch noch ueber die Grenze fuehren (exportieren), um sodann selbst wieder zu verschwinden nach woher sie gekommen sind.

Waehrenddessen uebernimmt ein portugiesischer Unternehmer nichts weiter als die Funktion, im „Auftrag seines Kunden“, also seines Auftraggebers, in seiner Fabrik das Amt eines „Agenten“ auszufuehren:
weisungsgebunden und rapportpflichtig.

Ebenso geschieht in Portugal politisch nur das,wofuer die EU die gesamten oder einen Grossteil der Kosten uebernimmt.
Auf diese Zahlungen erhebt ein Portugiese sogar Anspruch !

Gemeinhin „Paternalismus“ genannt, oft abschaetzig von Dummschwaetzern missverstanden, liegt die Ursache natuerlich NICHT im portugiesischen Menschen, sondern in der katholischen Brutalitaet der erlittenen Erziehung, formell und offiziell begruendet eben heute vor 470 Jahren.

Eigenverantwortung und Eigeninitiative sind Werte, die juedischer Geist bewahren konnte, von Luther und Kant dem deutschen Volk gelehrt, dem franzoesischen Adel und englischem Koenigshaus ebenso.

Das logische Ergebnis der Inquisition sind eine Hinwendung zu utopischen Idealen bei gleichzeitiger Abwendung von irdischen Notwendigkeiten.

Gut beobachtet von den Bruedern Feuerbach :
Ludwig Feuerbach ueber Friedrich Feuerbach´s: GEDANKEN UND THATSACHEN“ (1863)(nota bene die Zitate von H.A. Oppermann ueber Pombal und die Portugiesen)

Die Portugiesen glaubten bald ernsthaft, dass Lissabon das kuenftige irdische Abbild eines himmlischen Jerusalems wuerde.

Das V. messianische Weltreich – und die Portugiesen auserwaehlt die Chefs der Erde an der Seite Gottes.

MAFRA, dieser gewaltige angeblich von einem Bayern geplante Bau, ist voll von geheimnisvollen Symbolen und Massen:
A IDEA DO MONUMENTO DE MAFRA Arquitectura e Hermetismo
(leider nur auf portugiesisch)

Kaum waren die Juden des Landes verwiesen, wussten die Portugiesen nicht mehr, womit sie die Schiffe beladen muessten, was sie mit den fremden eroberten Laendern und Menschen anfangen koennten, wie man Bergbau betreibt und weshalb, undsoweiter.

Reichtum ist eben nicht eine Frage des Besitzes von Dingen sondern die Faehigkeit, mit Ideen einen unbrauchbaren Stein zu einem nuetzlichen Werkzeug umzuwandeln.

Diese Begabung laesst sich nur mittels eines frueh geuebten Wettbewerbs heranbilden.
Diesen Wettbewerb hat Portugal nie erlebt.
(und Deutschland schafft die „Meisterausbildung“ mit seinen Privilegien, als handle es sich um einen sinnlosen Kropf, soeben ab !)

Die Inquisition hat waehrend ihres Bestehens insgesamt 1.454 Menschen das Leben gekostet.
Dabei kommen nicht zum Vorschein die vielen Menschen, welche durch die Inquisition ein Leben in Verborgenheit und scheinbarer Anpassung fuehren mussten.

Alle reden von dem Unrecht an den Juden.
Keiner redet von den ebenso vergewaltigten Portugiesen.

Auch wer der Inquisition gehorchte war buergerlich tot !

Antwerpen und London haben indirekt der Inquisition somit Aufstieg zur Weltmacht und Reichtum zu danken.

Die Portugiesen, denen die Segnungen einer Aufklaerung bis heute verwehrt wurden, putzen derweil in diesen und anderen Laendern die Toiletten ihrer „Arbeitgeber“ oder sind die Hilfsarbeiter an einer verlaengerten Werkbank eines Auslaenders in Portugal oder pflegen den Rasen in Golfanlagen wo kein Portugiese die eintraegliche Ruhe des Naturanblicks irgendwie stoeren kann, weil er sich keinen Zutritt leisten kann.

Die Inquisition hat es vollbracht:
Die Vernichtung des portugiesischen Weltreichs.

Iran will „Judensterne“ einfuehren

Mai 19, 2006

Im Iran prueft man die Einfuehrung einer Kleiderordnung fuer Inlaender und Auslaender.

Quelle: Canada Nationalpost

Oder das dient nur als Spektakel, als Steilvorlage, um dann das Gesetz medienwirksam abzulehnen weil man ja nicht „auslaenderfeindlich etc. blabla sein will“.

Was war Persien einst fuer ein herrliches Land !

Warum wird der Bibeltext manipuliert statt interpretiert ?

Mai 18, 2006

„Die Bibel wird politisch korrekt“
das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen !

Beispiel:
der Roemerbrief vom Paulus (12,1 und 2).
Das lesen wir in der bisherigen Fassung:
„ich ermahne, Euch, liebe Brueder…“

Jetzt gibt´s eine wichtige Aenderung:
(Denn gerechter soll die Bibel werden)

In Zukunft soll Paulus gemeint haben:
„ich ermutige Euch, Geschwister….“

Ja sapperlot !Das ist doch verdeckter Nationalismus in seiner haesslich bevormundenden Fassung !?

Muesste es nicht heissen:
„meiner Meinung nach, liebe Leute….“

Was muessen das nur fuer abscheuliche Menschen sein, die in ihrem Vokabular ueberhaupt keinen Begriff fuer „Geschwister“ haben !!
Nur Brueder und Schwestern und wenn man „Geschwister“ meint sagt man gleichwohl bloss „Brueder“.
Ich erinnere an die portugiesische Sprache, die nur irmão (maskulin) und irmã (feminin) kennt.
Ist Portugal deshalb ein „politisch nicht korrektes“ Land ?

Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten der Thailaender, die stets zwischen aelteren und juengeren Geschwistern unterscheiden muessen…..

Wollen meine werten Leser erfahren, wie der Text der portugiesischen Fassung dieser Stelle des Briefs an die Roemer lautet ?
Sácrifícios Agradáveis (Angenehme Opfer)

Uebersetzung:
„Der Christ schuldet, sich Gott darzubieten als lebendiges Opfer“

Von wegen „Brueder“ oder „(an das Gewissen) „ermahnen“…..

Mein Kommentar:
Leute, lasst Euch nicht verschaukeln, besonders nicht beim Wort !

Danke an HELGE fuer diesen Hinweis.

Wollte Rodriges Lopes die Koenigin Englands Elisabeth I. vergiften ?

Mai 17, 2006


Das ewige Fraeulein Elisabeth I.(1533 – 1603), Koenigin von England, liess 1594 ihren Leibarzt Rodrigo Lopes haengen,tauchen und vierteilen.

War Doktor Lupus, wie man ihn nannte, jener Jude aus Portugal (darum schreibt er sich nicht: Roderigo Lopez weil´s spanisch waere) tatsaechlich ein enttarnter Spion und Giftmischer mit dem Auftrag, die Koenigin zu vergiften ?
Oder ist Elisabeth den Intrigen und Machenschaften an ihrem Hof aufgesessen und haben wir es mit einem Justizirrtum zu tun ?

Elisabeth mag selbst zumindest Zweifel gehegt haben:
Rodrigo´s Ehefrau erhielt eine Witwenrente…..

50.000 Kronen soll Rodrigo von einem gewissen Ferrara de Gama empfangen, zumindest versprochen, bekommen haben:

Elisabeth hatten allen Grund zur Vorsicht !E
England war nach 100jaehrigem Krieg ein Armenhaus.
Und der Habsburger Phillip II.(1527 – 1598)war nicht nur unermesslich reich und grosszuegig bei Bestechungsgeldern, nein, er war auch ansonsten ein gefaehrlicher Mann.
Gebildet, ein Misanthrop, ein heimtueckischer Giftmischer (die Spanische Fliege flog und kroch ja vor seiner Haustuer !) machthungrig, ein typischer Befuerworter von Globalisierung :
alle Menschen im Wuergegriff des Papstes und unter seiner Peitsche….

(„kath-holos“ heisst „fuer-ganzen“ gemeint ist : Erdball – Katholizismus ist nur das griechische Wort fuer lateinisch: Globalisierung)

Einheit aller Laender (eine katholische „Union“) statt Einigkeit vieler unterschiedlicher Nationalstaaten, war sein Ideal.
Auch der Augsburger Frieden 1555 war fuer Haeretiker („die sich ihre Religion selbst auswaehlen wollen“) deshalb auch fuer die juedischen Mitbuerger nicht anders als eine einzige Katastrophe.

Kein Wunder, dass alle gebildeten und freiheitsliebenden Menschen aus spanisch/portugiesischen Laendern flohen und Zuflucht suchten bei den Feinden Spaniens und der Kirche.
Das waren damals: Holland, Osmanisches Reich und England.

Rodrigo war wie viele andere Portugiesen auch, die es sich leisten konnten, nach Antwerpen geflohen, wo sich eine bedeutende bis heute sichtbare Gemeinschaft juedischer Portugiesen gebildet hatte.

Seine Kenntnisse ueber Heilpflanzen und seine Faehigkeiten als Arzt liessen ihn sodann in England in einem Hospital Anstellung finden.

Man stelle sich seine notgedrungene Situation einmal vor:
Von der Heimat durch die Inquisition vertrieben war er ausgerechnet in England gelandet !!

Und in England herrschte ebenso und sogar seit 1290 ( bis 1655) ein Einreiseverbot fuer Juden auf welches nicht weniger als die Todesstrafe stand.
Rodrigo musste also auch in England von der Luege und mit einer Luege leben, getarnt als „Protestant“, der Anglikanismus war ja noch nicht erfunden, heimlich in staendiger Angst, ohne dem Verfolgungswahn zu verfallen.

Welch ein leichtes Opfer fuer Neider und sonstige persoenliche Feinde !!
(Nicht nur fuer William Shakespeare)

Selbstverstaendlich war Rodrigo auch ein Informant !

Aber nicht fuer die Interessen von Kirche und Spanien.
Diese hatten ja die Beichte !
Und die Beichte hat den Zweck, dem Bischof und letztlich dem Papst ueber das Beichtregister saemtliche Nachrichten ueber Land und Leute zukommen zu lassen.

Diese scheinheiligen Spione, die sich Beichtvater nennen, hatte England schon lange satt.

Und Rodrigo kannte ihr Tun aus seiner Heimat.
Ohne die Beichte haette die Inquisition keine Informationen erhalten.
Die Folge waren Leiden und Tod im Feuer besonders fuer die juedischen Mitmenschen, die sich hatten taufen lassen.

Fraeulein Elisabeth muss fuerwahr eine ausgeschlafene und helle Koeniging gewesen sein:
Sie wollte endlich ihren eigenen Geheimdienst haben….und gruendete ihn !

Rodrigo Lopes war gewiss ein Informant seines Landmannes Shlomo Ibn Yahya, der 1520 in Tavira an der Algarve geboren, den Tarn-namen „António Mendes“ erhalten hatte, geflohen war und bei Sultan Mourad III. im osmanischen Reich unter dem Namen Salomen Aben Yaeche zu Ehren und Ansehen gekommen war.
Unermuedlich und listenreich war Salomen damit beschaeftigt, die Machtgelueste der Globalisierungspolitiker im Zaum zu halten und die Freunde von Freiheit und Renaissance zu foerdern.

So hatte Rodrigo ueber Salomen im Jahr 1580 sicherlich in Erfahrung gebracht, dass es da einen portugiesischen Prinz gab, der Ansprueche auf die portugiesische Krone erhoben hatte:
António der Prior des Malteserordens von Crato.

Dieser António liess sich zwar zum Koenig Portugals ausrufen aber nach 20 Tagen machte Philipp II. dem ganzen Spuk ein Ende:
Er liess sich zum Phlipp I. (!) von Portugal kroenen und kam fuer zwei Jahre nach Portugal, um keinen Aerger zu haben.

Da besann sich António seiner juedischen Mutter Violante Gomes Pelicana. (Ob sie tatsaechlich eine Juedin war bezweifeln heute einige Forscher – ich nicht)
Kurzum …..und António floh erstmal auf die Azoren („Habichtinseln“), wo er den Hollaendern, die seit jeher auf den Inseln beheimatet waren, sehr willkommen war.

Wer naemlich guenstige Winde abwarten muss, weil er nach Westen segeln moechte, und das muss man auch wenn man gen Sueden will, ist auf einen Zwischenstopp auf den Azoren zwingend angewiesen.
Die Azoren: Das wichtigste Kleinod portugiesischer Politik !

Was lag also naeher im fernen London als eine Kaperfahrt nach Portugal, nach Peniche und Lissabon, zu organisieren, offiziell mit Koenig António dabei, damit der dann seine portugiesischen Untertanen zum Aufstand aufstacheln koennte.

Rodrigo und Salomen hatten es eingefaedelt, und fuer das Unternehmen sogar den erfahrenen Piraten Francis Drake gewinnen koennen, die englischen Anleger traeumten gewiss schon von einem sorgenfreien Leben….

– Ja, werte Leser, das Piratenwesen war ein privatrechtliches Unternehmen auf Aktienbasis, mit geradezu demokratisch anmutenden Arbeitnehmerkonditionen, die Freibeuter wurden „Sir“..man koennte es heute etwa vergleichen mit (ein andermal !!) –

Das dumme nur:
Alle hatten die Rechnung ohne die Portugiesen gemacht !

Das sind eigensinnige, keltisch beeinflusste Trotzkoepfe, die trockenen Winde aus Spanien sind ihnen zuwider aber was nutzt das alles, wenn die Malaria weite Landstriche entvoelkert…

Und der portugiesische Adel, schon immer besonders faul und bequem, war eigentlich ueber die spanische Oberherrschaft hoch erfreut:
Keine Araber mehr im Land, endlich auch keine Juden mehr, kein Fortschritt, kein Widerspruch, ein Leben in urkatholischer, feudaler Ordnung ohne Reformation, endlich Schluss mit Leuten, die was gegen Kirche und Leibeigenschaft haben !

Portugal war im Jahre 1589 zu nichts zu bewegen.

António musste nach Frankreich, um dort bis zu seinem Lebensende zu bleiben.
Rodrigo Lopes aber, der das Anlegergeld „veruntreut“ hatte, stand von nun an fuer viele auf der Abschussliste……

QUELLEN:
1. Der Prozess neu aufgerollt von der BBC – Lesenswert !
2.Salomen Aben Yaeche (bitte auf Seite -7- vorgehen)
3.Doctor Roderigo Lopes – Some Items of Medico-Historical Interest (Pdf)

Edward Lear & die Portugiesin

Mai 12, 2006

Er war der Meister des Nonsense.
Sagt man ueber ihn,

Wo immer Edward (1812 – 1888) sich soeben aufhaelt, er feiert heute seinen Geburtstag.

Wie war das mit der Lady aus Portugal ?


There was a young lady of Portugal
Whose ideas were excessively nautical;
She climbed up a tree
To examine the sea,
But declared she would never leave Portugal
.

Das sei hier mal angemerkt:
Wer die Portugiesinnen kennt, weiss, so sind sie wirklich !
Man sucht das Glueck in der Ferne –
aber die Seele verlaesst das Land , das „minha terra“ niemals !

Von wegen „nonsense“ !