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Mai 27, 2008

Briefe an Konrad

Obrigado, Thanks,Danke !

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Dr. Ratzinger (1896) & Antisemitismus in Bayern

September 21, 2006

Dr. Ratzinger (1896) & Antisemitismus
Es gab mal im tiefen Bayern einen Dr. Ratzinger und der war Bauernbuendler.

Diesewr Ratzi hiess Georg und war Grossonkel (1844 – 1899) unseres Heiligen Vaters.

Und seine abstrusen Einfaelle ueber die Kunst, die Juden und den Zeitgeschmack loesten einigen Widerspruch aus

Nachzulesen in:
Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus v. 23. Mai 1896

noch doller kommt´s hier:
aaO. Seite 198

Muss sich Benedikt XVI jetzt auch fuer solche Dummheiten entschuldigen

Freisinger Mohr & Portugal´s Krieg in Aethiopien im Jahr 1541

September 18, 2006

Papst Benedikt XVI. fuehrt den Freisinger Mohr, einen Aethiopier, im Wappen.
Viele denken, fuer Kardinal Ratzinger sei der „caput aethiopum“ so ne Art Andenken an fruehrere Zeiten in Bayern….. (wie ruehrend !)
Keiner erinnert sich an den alten Traum der Paepste, in einem Vernichtungskrieg gegen den Islam, die Hilfe jenes sagenhaften Priesterkoenigs Johannes zu gewinnen, um eine zweite Front zu eroeffnen.

Und niemand erinnert sich an die Helden dieses winzigen Staates Portugal, die immer brav zur Stelle waren, wenn Paepste nach freiwilligen (lebensmueden) Soldaten riefen.
Die Portugiesen waren keine Soeldner !
Portugiesen lassen sich, darauf sind sie noch heute besonders stolz, mit anderem abspeisen, wie die Geschichte zeigt, vorallem mit honigsuessen Versprechungen, utopischen Illusionen….

Hier sei an einen weiteren Opfergang portugiesischer Soldaten gedacht: 

Ohne das beherzte Eingreifen der Portugiesen im Jahr 1541 waehrend des Muslim-Christen-Krieg in Aethiopien (muslim-christian-war) 1528 – 1560, waeren Christen und das Christentum in Aethiopien verloren gewesen.

Schon 615 waren Muslims in einer ersten Hidschra  nach Aethiopien,nach Aksum und nach Harar, gefluechtet, weil die ansaessigen Christen sie freundlich aufnahmen.
Koenig Ezana, Koenig von Aksum, hatte dort Mitte des 4. Jahrhunderts bereits das erste christliche Reich der Menschheitsgeschichte errichtet !

(Ist Koenig Ezana der Freisinger Mohr ?) 

Tut den Christen hier nichts boeses“ soll Mohammed hoechstselbst angeordnet haben.

Nur haben sich seine Muslims nicht dran gehalten !

Der Portugiese Francisco Alvares  (1465 – 1540)  war im Jahr 1520 nach Aethiopien geschickt worden, weil Kaiserin Eleni um Hilfe gegen die Muslims gebeten hatte, und weill alle Welt wissen wollte, was es denn mit dem Geruecht aufsich hatte, dass Priesterkoenig Johannes in Ostafrika zuhause ist.
Ihr Urenkel, der (Koenig) Nagus Lebna Dengel (1508 – 1540)  schickte ihn allerdings unerledigter Dinge wieder zurueck, weil er irrtuemlich glaubte, it der Gefahr eines muslimischen Angriffs allein fertig zu werden.

In seinem Bericht musste Francisco leider daheim seinen Auftraggebern mitteilen, dass er den Priesterkoenig jedenfalls nicht angetroffen hatte.
Als der Imam Ahmad ibn Ibrahim al-Gazi, „Gragn“(aka Granj) der „Linkshaender“, mit tuerkischen Kanonen und juedischen Falaschen ab 1526 die Christen erneut angriff, war guter Rat teuer.

(Aus Portugal/Spanien nach der Tuerkei gefluechtete Juden moegen hier eine neue, und fuer die Muslime eine erfreuliche Hilfe bedeutet haben).

Der Siegeszug schien unaufhaltbar ! Kirchen und Handschriften gingen ueberall im Land in Flammen auf !
Lebna´s eigener Sohn Minas wurde gefangengenommen.
Um sein Leben zu retten, trat er zum Islam ueber !

(Na, werte Leser, kommt uns doch irgendwie bekannt vor, nicht wahr ?) 

Lebna selber musste fliehen und er floh auf die Hochburg (die wo man nur ueber ne Strickleiter hochkommt) Debre Damo, wo er 1540 starb. 

Seine Ehefrau und nun seine Witwe Sabla Wangel (aka: Seble Wongel) fuehrte die Staatsgeschaefte und vorallem den Krieg weiter.
Sie zaehlt zu den herausragenden Persoenlichkeiten der Geschichte:

Ein Portugiese, João Bermudez, war seinerzeit nicht nach Portugal zurueckgekehrt, war inzwischen in Aethiopien zu Amt und Wuerden gelangt, und wurde nun nach Portugal geschickt, um abermals eine (kostenlose) Hilfe von Portugiesen anzufordern.

Wie schon zuvor lassen sich die Portugiesen nicht lange bitten.

Diesmal kommt Vaco da Gama ´s (deutsch:“Baske von der Hirschkuh“) eigener Sohn, der juengste, Christovão de Gama mit 400 Mann unter Waffen, um dem Leiden der Christen ein Ende zu bereiten.

Sebles Sohn Gelawdewos war inzwischen zum Koenig der Koenige, zum Nagus, erklaert worden und Koenig.
Als Herrschertitel nannte er sich Atsnaf Seged (deutsch:“Vor dem sich der Horizont verneigt„)
Beim ersten Treffen des vereinigten christlichen Heeres mit dem muslimischen Heer (Maerz 1541) verpassten die Christen nur knapp einen Sieg:  der Linkshaender wurde zwar verwundet, konnte aber fliehen.

Und rief im Jemen sogleich nach Hilfe, Waffen und Soldaten.

Beim zweiten Treffen wurde der Cristovao verwundet !
Man versteckte ihn in einem  Wald, weil er nicht transportfaehig war.

Seine eigene muslimische Kammerzofe verriet ihn an die Soldaten des Linkshaenders.

Cristovao wurde gefangengenommen und vor die Wahl gestellt:

Bekehrung oder den Tod  

Der tapfere Portugiese entschied sich fuer den Tod !!

Der Imam Ahmad ibn Ibrahim schlug ihm eigenhaendig den Kopf vom Leib !
So starb der arme, tapfere Portugiese namens Cristovão de Gama !

Seine treuen portugiesischen Soldaten raechten seinen (vollkommen sinnlosen) Tod spaeter mit gleicher Muenze.

Doch all ihre Muehe umsonst….(wie so oft, wenn Portugiesen ihren gottvertrauenden Heldenmut bewiesen)

Die Sabla Wangel wollte zwar Christin sein und bleiben.
Aber bitteschoen nur orthodox  !
Mit dem Papst in Rom wollte sie nichts zu schaffen haben……

Diese Undankbarkeit hat Benedikt XVI. sicher noch laaange nicht vergessen !

Trag Blau fuer Darfur !

September 16, 2006

Sonntag, 17. September, ist Darfur Day

Christliche Grausamkeiten gegen den Hellenismus

September 16, 2006

Der Papst muss sich nicht bei Moslems entschuldigen !
Fuer was auch ?

Aber wenn er die Grausamkeiten der anderen Missionare anprangern moechte, sollte er lieber seinen Mund halten:

Ein Grieche listet die Grausamkeiten auf

Von der Inquisition ganz zu schweigen !

Die vergessene Seeschlacht Portugals 1717 gegen die Tuerken

September 16, 2006

Alle reden von Prinz Eugen, dem (haesslichen ) Edlen Ritter von Savoyen-Carignan  (1663 -1736).

Croissants und Kipferl  erinnern uns noch heute wie schmackhaft man den Tuerkischen Halbmond des Sultan Mustafa II.(1664 – 1704) vernascht hat, damals war´s, am 11.7.1697 bei Zula, der Sieg ueber die Tuerken.
Aber die See-Schlacht vom 19.7.1717, die Schlacht von Matapão (Matapan , heute gr.: „Kap“ Akra Tainaron ) kennt keiner ! 

Weil Portugal diese aller-letzte Seeschlacht der Galeeren (man hoert faelschlicherweise,  die letzte sei die von Lepanto gewesen, 150 Jahre frueher) mit Toten und Verlusten massgeblich auszufechten hatte, sei sie nunmehr hier erwaehnt:

Vorgeschichte: 

Im Frieden von Carlowitz 1699 (aka Karlowitz) hatten die Tuerken u.a. die Peloponnes (it: Morea, franz.Morée, port. Moreia) an Venedig verloren.

Als 1703 Sultan Achmed III. (1673 – 1736) den Thron besteigt, faengt der Aerger schon wieder an, und Grosswesir Kurmurgi-Ali-Pascha drillt Heer und Marine nach modernstem eurpoaeischen Standard.
Die Peloponnes und Dalmatien will man von Venedig wiederhaben.

Und die erbosten Bewohner (die heutigen Griechen) haben von den christlichen Betbruedern die Nase voll und wollen wieder erfolgreich mit dem Ottomanischen Weltreich Geschaefte machen wie frueher.
Die Zaenkerei beginnt unter dem Vorwand, dass Venedig staendig osmanische Untergebene zum Aufruhr anstachelt.

Venedig bittet Papst Clemens XI. (1649 – 1721) um Hilfe.
Der Papst leitet das Hilfegesuch weiter:

Frankreich ?  Im Gegenteil: Man wuenscht einen starken Feind im Ruecken Habsburgs.

Spanien ? Im Gegenteil: Erst Feind jetzt Freund, fragten sich die Spanier und dachten daran, dass dieser Papst ihr Land einem Oesterreicher versprochen hatte, und sie ihrer Besitzungen in Suditalien und Sizilien beraubt worden waren.

Aber zum Glueck war da noch Portugal !

Dort herrschte João V. (1689 – 1750) der „Grossartige“ (Magnífico) , bessergesagt der Groessenwahnsinnge, der Nonnenliebhaber, der Sonnenkoenig Portugals, Hansi, wie ihn wohl seine deutsche Mutter Maria Sophie von der Pfalz-Neuburg genannt oder Hanserl, wie ihn seine oesterreichische Ehefrau Maria Anna Josepha gerufen haben mag.

Sofort schickt er 1716  eine Armada ins Mittelmeer.
Doch leider troedeln die Portugiesen und die Flotte verlaesst den Hafen mit grosser Verspaetung.
Und ausserdem hatte man zuerst in Norditalien in Livorno Halt gemacht, um beim Papst nachfragen zu lassen und auf Antwort zu warten, was man denn ueberhaupt machen solle.
Die Seeschlacht findet garnicht erst statt.
Im drauffolgenden Jahr, 1717 hat Joao V. hingegen mehr Glueck.
Ohne Zeit zu verlieren, wie zuvor, schaffen es seine Schiffe ruckzuck fertig und an Ort und Stelle zu sein:

Es waren auch die Venezianer mit ihren Ruderbooten da.
Und der Malteser Orden hatte auch ein paar Boote geschickt.

Joao will dem Papst zeigen, wie artig er ist.
Insgeheim hofft er auf die allerhoechsten Titel und Ehrungen….(der Depp !)

Die Flotte Portugals war beachtlich:

Sieben „NAUS“, das waren gewaltige Schiffe !
Beispiel: die Santa Rosa

NAU Santa Maria da Rosa
(randvoll mit Gold beladen am 6.9.1726 gesunken)

Ausserdem hatte Joao V. noch 2 Brulotes (Brandschiffe), fuer alle Faelle, mitgegeben; es war manchmal sinnvoll, diese in Brand zu setzen und in feindliche Linien treiben zu lassen:

Brulotes /Fire Ships/ Brandschiffe
 

Dann auch noch 2 Tartanen, das waren kleine wendige Boote, die den Zweck erfuellten, zwischen den maechtigen Naus hin und her zu segeln, um die Kommandos zu pruefen und Erkundigungen einzuholen:

 Tartane

Jetzt kommt´s !

Angesichts dieser Schiffe mit ihren 526 Kanonen und 3.840 Mann Besatzung haette man meinen sollen, dass selbstverstaendlich auch ein Portugiese der Oberbefehlshaber der gesamten vereinigten Seeflotte werden wuerde. 

Aber denkste, armes Portugal…..

André Pisani, der Kapitaen von Ruderbooten, den Galeeren und Galassen Venedigs, Florenz und Maltas, war vom Heiligen Vater zum Generalissimo der christlichen Flotte ernannt worden.

Vizeandmiral Bellefontaine des Malteser Ordens war sein Stellvertreter. 

Und als die Helden von Portugal unter Befehl des Grafen Conde de Rio Grande eintrafen, poebelte dieser Bellefontaine unsere Seeweg-nach-Indien Entdecker-Portugiesen an, sie sollten gefaelligst ihre Flagge einholen und mit der Standarte des Papstes ersetzen…..

Man kann sich die Enttaeuschung vorstellen ! Die Wut !

Welch eine Erniedrigung einer stolzen portugiesischen Seele !

Conde de Rio Grande lehnte es natuerlich ab, erst die Flagge einzuholen, und erst recht, sich einem Bellefontaine zu unterstellen, oder irgendwo in der Linie die Nacht zu verbringen, er wollte natuerlich immer vorne sein….

Was der Papst seinen Portugiesen jedoch geflissentlich nicht verraten hatte war, dass es um Suedgriechenland herum kaum Seewind gibt und die Naus der Portugiesen ohne die Ruderboote, die Galeassen, heillos verloren waeren.

 Galeaça / Galeasse

So kam es auch.
Wegen Windstille waere es beinahe wieder nicht zur Seeschlacht gekommen, auf die sich die Portugiesen so riesig gefreut hatten.

Als die Flotten sich in der Bucht von Hapan nahe kamen, und der Befehl erging zusammenzubleiben, da gehorchte ein Portugiese einfach nicht und mit ihm einige Schiffe im Kielwasser zog mutig gegen die tuerkische Flotte.

Es war Manuel de Tavora da Cunha, Graf  Conde von São Vicent,  Kapitaen  der Nossa Senhora do Pilar der sich allein gegen 58 Kriegsschiffe des Sultans und seiner Verbuendeten aus Aegypten und anderswo entgegengeworfen.

Die Schlacht am Kap Matapão (Matapan) endete unentschieden.

Eigentlich fand sie nicht dort , sondern in der gegenueberliegenden Bucht statt.

Aber egal ! Die ganze Schlacht war sowieso egal….

Als die schwerbeschaedigten Schiffe Portugals heimkehrten, hoffte João V. , der Sonnenkoenig Portugals, in seiner Einfalt und Duemmlickeit, dass der Papst, der von Portugals Heldenmut jetzt auch nichts mehr wissen wollte, ihn mit hochruehmlichen Titeln und hochleuchtenden Lobpreisungen ueberhaeufen wuerde.

Aber : Nichts !!

Der Bischof von Lissabon darf sich zwar seither spasseshalber „Patriarch“ (Patriarca, deutsch: Erzvater) nennen -ohne Patriarch zu sein.
Und er, der Koenig selber, wurde zum „Allertreusten“ (Fidelissimo)  Koenig ernannt.

Aber darueber lacht man bestenfalls !

Auch die Schlacht ist vollkommen vergessen !

Die Tuerken durften naemlich auch den Peloponnes behalten (Frieden von Passarowitz aka Pozarevac v. 21.7.1718)

Es war eben alles umsonst !
Ausser Spesen nichts gewesen !

Spott und Hohngelaechter, Schadenfreude in ganz Europa…

Sogar mit dem Papst gab´s noch maechtig Aerger.
Und Erzfreund England wird sogar Verbuendeter der Tuerkei !

Venedig war den Tuerken auch nicht laenger boese.

Und im Inland, in Portugal und Brasilien, meutern die arbeitsscheuen Adligen gegen die fleissigen Juden, keiner will vom ihm, dem Sonnenkoenig,  und seinen Verwaltungsreformen sehen, hoeren oder wissen.

Obwohl dieser Sonnenjunge staendig damit beschaeftigt ist, Nonnen zu entjungfern, hat er zwischendurch trotzdem tatsaechlich einige vernuenftige staatsmaennische Ideen hervorgebracht….

Wenn er nur nicht diesem Wahn verfallen waere, er sei ein Liebling Gottes auf Erden !

Da wird in Brasilien, Mata Grosso (Fettwiese), das erste Gold gefunden….

Hat der liebe Gott vielleicht doch die Portugiesen besonders lieb ?

Waere Joao nicht gestorben, er glaubte es noch heute…… 


Quellen:
1.  Turkokratia

2.  Seeschlachten Portugals  (port.)

Die vergessene Seeschlacht Portugals 1717 gegen die Tuerken

September 15, 2006

Alle reden von Prinz Eugen, dem (haesslichen ) Edlen Ritter von Savoyen-Carignan (1663 -1736).
Croissants und Kipferl erinnern uns noch heute wie schmackhaft man den Tuerkischen Halbmond des Sultan Mustafa II.(1664 – 1704) vernascht hat, damals war´s, am 11.7.1697 bei Zula, der Sieg ueber die Tuerken.

Aber die See-Schlacht vom 19.7.1717, die Schlacht von Matapão (Matapan) kennt keiner !

Weil Portugal diese aller-letzte Seeschlacht der Galeeren massgeblich auszufechten hatte, sei sie nunmehr hier erwaehnt:

Vorgeschichte:

Im Frieden von Carlowitz 1699 (aka Karlowitz) hatten die Tuerken u.a. die Peloponnes (it: Morea, franz.Morée, port. Moreia) an Venedig verloren.

Als 1703 Sultan Achmed III. (1673 – 1736) den Thron besteigt, faengt der Aerger schon wieder an, und Grosswesir Kurmurgi-Ali-Pascha drillt Heer und Marine nach modernstem eurpoaeischen Standard.
Die Peloponnes und Dalmatien will man von Venedig wiederhaben.
Die Zaenkerei beginnt unter dem Vorwand, dass Venedig staendig osmanische Untergebene zum Aufruhr anstachelt.

Venedig bittet Papst Clemens XI. (1649 – 1721) um Hilfe.
Der Papst leitet das Hilfegesuch weiter:

Frankreich ? Im Gegenteil: Man wuenscht einen starken Feind im Ruecken Habsburgs.

Spanien ? Im Gegenteil: Erst Feind jetzt Freund, fragten sich die Spanier und dachten daran, dass dieser Papst ihr Land einem Oesterreicher versprochen hatte, und sie ihrer Besitzungen in Suditalien und Sizilien beraubt worden waren.

Aber zum Glueck gab´s Portugal !

Dort herrschte João V. (1689 – 1750) der „Grossartige“ (Magnífico) , bessergesagt der Groessenwahnsinnge, der Nonnenliebhaber, der Sonnenkoenig Portugals, Hansi, wie ihn wohl seine deutsche Mutter Maria Sophie von der Pfalz-Neuburg genannt oder Hanserl, wie ihn seine oesterreichische Ehefrau Maria Anna Josepha gerufen haben mag.

Sofort schickt er 1716 eine Armada ins Mittelmeer.
Doch leider troedeln die Portugiesen und die Flotte verlaesst den Hafen mit grosser Verspaetung.
Und ausserdem hatte man zuerst in Norditalien in Livorno Halt gemacht, um beim Papst nachfragen zu lassen und auf Antwort zu warten, was man denn ueberhaupt machen solle.
Die Seeschlacht findet garnicht erst statt.

Im drauffolgenden Jahr, 1717 hat Joao V. hingegen mehr Glueck.
Ohne Zeit zu verlieren, wie zuvor, schaffen es seine Schiffe ruckzuck fertig und an Ort und Stelle zu sein

Es waren auch die Venezianer mit ihren Ruderbooten da.
Und der Malteser Orden hatte auch ein paar Boote geschickt.

Joao will dem Papst zeigen, wie artig er ist.
Insgeheim hofft er auf die allerhoechsten Titel und Ehrungen….(der Depp !)

Die Flotte Portugals war beachtlich:

Sieben „NAUS“, das waren gewaltige Schiffe !
Beispiel: die Santa Rosa

(randvoll mit Gold beladen am 6.9.1726 gesunken)
Ausserdem hatte Joao V. noch 2 Brulotes (Brandschiffe), fuer alle Faelle, mitgegeben; es war manchmal sinnvoll, diese in Brand zu setzen und in feindliche Linien treiben zu lassen

Dann auch noch 2 Tartanen, das waren kleine wendige Boote, die den Zweck erfuellten, zwischen den maechtigen Naus hin und her zu segeln, um die Kommandos zu pruefen und Erkundigungen einzuholen:

Jetzt kommt´s !
Angesichts dieser Schiffe mit ihren 526 Kanonen und 3.840 Mann Besatzung haette man meinen sollen, dass selbstverstaendlich auch ein Portugiese der Oberbefehlshaber der gesamten vereinigten Seeflotte werden wuerde.

Aber denkste, armes Portugal…..

André Pisani, der Kapitaen von Ruderbooten, den Galleren und Galassen Venedigs, Florenz und Maltas, war vom Heiligen Vater zum Generalissimo der christlichen Flotte ernannt worden.

Vizeandmiral Bellefontaine des Malteser Ordens war sein Stellvertreter.
Und als die Helden von Portugal unter Befehl des Grafen Conde de Rio Grande eintrafen, poebelte dieser Bellefontaine unsere Seeweg-nach-Indien Entdecker-Portugiesen an, sie sollten gefaelligst ihre Flagge einholen und mit der Standarte des Papstes ersetzen…..

Man kann sich die Enttaeuschung vorstellen ! Die Wut !
Welch eine Erniedrigung einer stolzen portugiesischen Seele !

Conde de Rio Grande lehnte es natuerlich ab, erst die Flagge einzuholen, und erst recht, sich einem Bellefontaine zu unterstellen, oder irgendwo in der Linie die Nacht zu verbringen, er wollte natuerlich immer vorne sein….

Was der Papst seinen Portugiesen jedoch geflissentlich nicht verraten hatte, dass es um Suedgriechenland herum kaum Seewind gibt und die Naus der Portugiesen ohne die Ruderboote, die Galeaçen / Galeassen heillos verloren waeren.

So kam es auch.
Wegen Windstille waere es beinahe wieder nicht zur Seeschlacht gekommen, auf die sich die Portugiesen so riesig gefreut hatten.
Als die Flotten sich in der Bucht von Hapan nahe kamen, und der Befehl erging zusammenzubleiben, da gehorchte ein Portugiese einfach nicht und mit ihm einige Schiffe im Kielwasser zog mutig gegen die tuerkische Flotte.

Es war Manuel de Tavora da Cunha, Graf Conde von São Vicent, Kapitaen der Nossa Senhora do Pilar der sich allein gegen 58 Kriegsschiffe des Sultans und seiner Verbuendeten aus Aegypten und anderswo entgegengeworfen.

Die Schlacht am Kap Matapão (Matapan) endete unentschieden.

Eigentlich fand sie nicht dort , sondern in der gegenueberliegenden Bucht statt. Aber egal ! Die ganze Schlacht war sowieso egal….

Als die schwerbeschaedigten Schiffe Portugals heimkehrten, hoffte João V. , der Sonnenkoenig Portugals, in seiner Einfalt und Duemmlickeit, dass der Papst ihn jetzt mit Titeln und Lobpreisungen ueberhaeufen wuerde.

Nichts !!

Der Bischof von Lissabon darf sich seither spasseshalber „Patriarch“ (Patriarca, deutsch: Erzvater) nennen -ohne Patriarch zu sein.
Und er selber wurde zum „Allertreusten“ (Fidelissimo) Koenig ernannt.
Aber darueber lacht man allenfalls !

Auch die Schlacht ist vollkommen vergessen !
Die Tuerken durften naemlich auch den Peloponnes behalten (Frieden von Passarowitz aka Pozarevac v. 21.7.1718)

Es war eben alles umsonst !

Ausser Spesen nichts gewesen !
Sogar mit dem Papst gab´s noch maechtig Aerger.
Und Erzfreund England wird sogar Verbuendeter der Tuerkei !

Und im Inland meutern die arbeitsscheuen Adligen gegen die fleissigen Juden, keiner will vom ihm, dem Sonnenkoenig, und seinen Verwaltungsreformen sehen, hoeren oder wissen.

Obwohl dieser Sonnenjunge staendig damit beschaeftigt ist, Nonnen zu entjungfern, hat er zwischendurch trotzdem tatsaechlich einige vernuenftige staatsmaennische Ideen hervorgebracht….

Wenn er nur nicht diesem Wahn verfallen waere, er sei ein Liebling Gottes auf Erden !
Da wird in Brasilien, Mata Grosso (Fettwiese), das erste Gold gefunden….
Hat der liebe Gott vielleicht doch die Portugiesen besonders lieb ?

Waere Joao nicht gestorben, er glaubte es noch heute……

Hello world!

September 14, 2006

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Saudadismus in Portugal vs. Stockholm Syndrom

September 13, 2006

Portugal, das Land mit den aeltesten Grenzen Europas, erhaben unter allen Voelkern, seit Anbeginn an nur der Zensur des Papstes zur Rechenschaft pflichtig, das Land der Ritterorden und Mohrentoeter, das Land der Entdecker und Eroberer fremder Reiche, Helden der goettlichen Mission, Lehrer und Herren des Wortes Gottes unter Barbaren, Land des neuen Jerusalems auf Erden, auserwaehlt von unter den Staaten, Vermittler der Botschaft des Heilands, Retter des spirituell verlorenen Europas……

dieses Portugal war 1910 so arm wie eine Kirchenmaus, bankrott wie ein ungluecklicher Wuerfelspieler, Europas verspotteter Hasardeur, Schuldknecht der BaringsBank, Vasalle Englands, das Armenhaus Europas, ein Land der Bettler, Hilfsarbeiter und Analphabeten.

Die Saudade, die Schwaermerei ins Unendliche, um wie auf Engelsfluegeln hinaufgetragen zu werden zu Liebe und Geliebtwerden, zu Groesse, Ansehen und Befreiiung aller Unbilden, das ist die portugiesische Antwort, um dem Seienden (den Tatsachen) eine ertraeumte Wirklichkeit des Seins (die Utopie) entgegenzusetzen.

Die urkatholische Heilslehre des Neuen Testaments versprach den ehemaligen Sklaven der Roemer eine Epoche der Liebe.
Tatsaechlich jedoch wurden die Sklaven zu Leibeigenen katholischer Feudalherren und der Zustand eines Sklaven muss ihnen wie ein wuenschenswerter Wohlstand vorgekommen sein.

Saudade laesst sich nicht erklaeren, ohne auf diese „Liebe“ des Neuen Testaments als Ursprung diesen Seelenleidens eines Portugiesen zu verweisen.

Leider ist mir der Begriff „Dor“ in der rumaenischen Sprache nicht naeher bekannt, weiss nicht ob in den Itkuvirsi Finnlands eine vergleichbare Sehnsucht besteht.

Eine Sehnsucht in nordeuropaeischen Laendern, wo Calvinisten den alttestamentarischen Gedanken goettlicher Gerechtigkeit der Liebe gegenueberstellen und predigen, wo Eigeninitiative (Luther) und Eigenverantwortung (Kant) zu einem Tun auffordern, wo Goethe sagt, dass kein feiger Gedanken, baengliches Schwanken usw. kein Elend wendet und nicht frei macht, dort kann man die „saudade portuguesa“ die Portugiesische Sehnsucht auch beim besten Willen nicht in seiner vollen Tiefe und Weite nachempfinden.

Die Saudade blickt zurueck, zum Paradies, das verloren ist, von wo wir einst vertrieben wurden, um jetzt hier und heute gottverlassen und allein, ohne Aussicht auf Rettung unser Leben in diesem Jammertal zu Ende zu fuehren.

Portugiesen wie alle Katholiken „feiern“ immer den Todestag eines Menschen, gedenken seiner Verneinung eigener Rechtsansprueche, seiner persoenlichen Selbstaufgabe zugunsten der katholischen Naechstenliebe und Erdulden saemtlicher Qualen bis zum Tag der Erloesung, des Todes und Abschieds fuer eine Veraenderung in paradiesische Sphaeren.

Nordeuropaer, die sich vom Katholizismus befreien konnten, feiern folgerichtig den Geburtstag eines Menschen, gedenken seiner Taten zum Wohle der Menschheit, seines Lebens, seiner Pflichterfuellung .

Fuer einen Portugiesen ist dieser Nordeuropaer immer falsch im Charakter, immer ein Pharisaer, ein ueberheblicher Besserwisser.

Die Kirche hatte ja auch saemtliche Katholiken Nordeuropas, die sich in ihrem Glaubensbekenntnis nie anders als an der Lehre Christi orientiert hatten, aber die ethische Lebensfuehrung mit Taten statt Ohnmachtsgefuehlen bewerkstelligen wollten, die Waldenser, Katharer und alle anderen erfolgreich gejagd und abgetoetet.

So hatten Portugiesen nie eine Alternative erfahren koennen und verstaendlicherweise steht fuer den Portugiesen hinter jedem Reichtum ein Verbrechen, ist jeder Politiker nur ein Gewaltmensch, der sich zwischen Gott und ihn gesetzt hat, um das taegliche Brot, das von Gott kommt, unrechtmaessig zu verwalten, vorzuenthalten, ungerecht zu verteilen.

Von der Wiege bis zur Bahre sieht sich der Portugiese unter der Obhut eines Patriarchen, eine Obhut auf welche er einen heiligen Rechtsanspruch hat, die ihn beschuetzt und ernaehrt.

Die Welt ist wie sie ist.
Der portugugiesische Creationismus (creationismo) laesst den Portugiesen denken, dass Forschen, Suchen, Finden, Handeln beinahe eine Gotteslaesterung sind am Werk Gottes, an Seiner Perfektion und Unfehlbarkeit.

Als 1910 Portugal bettelarm war und allseits verspottet wurde, erklaerte Teixeira Pascoaes (1877 – 1952) die saudade zur Waffe, zum Wundertrank der Portugiesen, um eine Wiedergeburt Portugals „Renascença Portuguesa“ moeglich zu machen.

Der von Teixeira Pascoaes formulierte Saudadismo , unueberstzbar fuer mich, ist fuer Teixeira die „Kunst ein Portugiese zu sein“ (port.)

Es ist die Glorifizierung des Unerreichten und der eigenen Mittelmaessigkeit.
Kann man sagen: geradezu wagnerianisch ?
Saudade ist der Wunsch die „katholische Harmonie der Gefuehle erluegen wollen“ (Heine) und eben deshalb unstillbar.

Die Katastrophe fuer Portugal und seine liebenswerten ungeliebten Menschen ist, dass sie sich in ihrer Verblendung und Schwaermerei eben solchen Maechten und Fahnentraegern anschliessen, die den nationalen Untergang des lusitanischen Weltreiches herbeigefuehrt haben und dem Gold der ausgepluederten Portugiesen ihren eigenen Reichtum und Machtfuelle heutzutage verdanken.

Wer den Portugiesen ehrlich aufrichtig den machbaren Weg aus der Gefangenschaft weisen will, gilt als Diktator.
Wer zum Beispiel dafuer sorgen will, dass es eine funktionierende Verwaltung der Bodenschaetze, des Waldes und der Landwirtschaft gibt, und demzufolge keine Waldbraende mehr, findet kein Gehoer.

Wer aber nach Feuerbrunst, Unfalltod, Brueckeneinsturz und Massenentlassungen vor die Kamera tritt und weint und flucht und schimpft -obwohl es seine Pflicht gewesen waere, das Unheil vorherzusehen und abzuwenden- dieser Politiker wird geruehmt, verehrt, mit Mahnwachen beschuetzt,auch wenn er die Gemeindekasse bestohlen, die Gemeinde in Schulden versinkt, Entbindungsstationen geschlossen werden, weil mit dem Bau sinnloser und irrwitzig kostspieliger Fussballstadien sich ein persoenliches Denkmals setzen wollte.

Die Kunst ein Portugiese zu sein ist so raetselhaft wie das Stockholm Syndrom. !

Die Saudade der Danáe nach Leben

September 11, 2006

Es war einmal eine Koenigstochter.
Das Kind wuchs zu einem wunderschoenen Maedchen heran.
Ihr Name war Danáe, zu deutsch: die „Feurige“

Ihrem Vater hatte einst ein Orakel geweissagt, er wuerde von seinem Enkel getoetet werden.

Da sperrte der Koenig, als sie kein Kind mehr war, seine jugendliche Tochter in ein bronzenes Verliess im Keller seiner Schlosses, worein das Licht des Tages nur durch Spalten an der Zimmerdecke schien.

Als Gott Jupiter die Schoenheit, Anmut und die bittersuessen Traenen jener armen Koenigstochter sah, begann es Ihm nach ihr zu luestern…und da ergriff er schon eine List:

Er verwandelte sich in Goldregen, liess sich durch die Ritzen der Decke auf den nackten Schoss der Danáe herabfallen, drang wolluestig in den schoenen weiblichen Koerper und zeugte einen Sohn.

Die portugiesische Kuenstlerin Rosario Andrade hat sich dieses Themas angenommen und stellt uns heute in ihrem Blog ihre Danáe vor:

Impressões e Intimidades

Wir sehen eine schlafende Danáe.
Wie koennen wir diese Allegorie deuten ?
Rosario lebt in England, arbeitet in einem medizinischen Beruf in Sussex.
Rosario ist Portugiesin.

Es besteht fuer mich kein Zweifel:
Das Bild muesste den Titel tragen:

Die Saudade der Danáe

Saudade ist jenes Sehnen der portugiesischen Seele nach dem unwiederbringlich verlorenem Glueck und Paradies, aus welchem wir verstossen wurden, welches nicht zurueckkehrt, aus und vorbei, das Leben ein Jammertal, ohne Hilfe, ohne Hoffnung.

Die Liebe der Danáe war schon Richard Strauss (1864 – 1949) eine „cheerful“ Operette wert (opus 83), das Libretto geschrieben von Joseph Gregor (1888-1960)

Fuer Rosario schlummert Danáe, die Augen geschlossen, den Kopf entspannt zur Seite geneigt und die Saudade liegt schwer auf dem Herzen, auf ihrer schwachen Brust.

Die Saudade laesst Danáe traeumen !

Danáe traeumt von einem Mann, der die Staerke besitzt, ihren Vater zu bezwingen, sodann als ihr Befreier in ihr Verliess kommt wegen ihr,um sie mit Gold und sexueller Erfuellung zu befreien.

Der Traum einer schoener Frau.
Dreifach gluecklich der einen unter den Maennern, dem diese Tat gelingt !

Ihm sind wahrlich die Goetter hold…….